Teil eines Werkes 
1. Band (1841)
Entstehung
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daß ihr Geliebter ſie die Lehre von der Unbeſtändig⸗ keit und Vergänglichkeit lehrte, und daß ſie dieſelbe an ſeinem Erkalten begriffen hat, an dem Erkalten, das er von Dir gelernt. So erbt der Fluch und die

Sünde fort und überdauert die That, und Eines

Menſchen Fall zieht Andrer Straucheln nach! Hier ſchwieg er, und ging lange und ſchweigend auf und ab, dann flüſterte er leiſe: ich liebe ſie nicht mehr! Schon iſt dieſe Gluth verflogen und dieſe Leidenſchaft gekühlt, das Blut fließt wieder ruhig, die Pulſe ſtocken nicht mehr und die Augen ſehen wieder hell, was iſt. Du warſt nur ein Moment in meinem Leben, Aurelia, nicht mein Leben ſelber, und dieſe Liebe iſt wie das Leben ſelber, ein Wechſel von Rauſch und Ermattung, von Entſtehen und Vergehen! Ich liebe Dich nicht mehr, darum iſt es gut, daß die

erlöſchende Gluth zu neuer Flamme angeſtachelt wird,

gut, um Deinetwillen! Dem vetwöhnten und abge⸗ ſtumpften Gaumen ſcheint n das Scharfe und Pi⸗ kante eine Luſt und ein Genuß, und das Pikante und Seltſame Deiner Lage, Aurelia reizt auch mich. Ja, es iſt pikant, fuhr er mit einem ſchneidenden Lachen fort, das zugleich unendlich ſchmerzvoll war, pikant das todte lebende Weib eines Andern in ſeinen Armen zu halten, eine Geſtorbene, Lebende zu um⸗

fangen, und Leben und Tod zu umſchließen an ihrer * 19*