Teil eines Werkes 
1. Band (1841)
Entstehung
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während die italieniſche Cameriera im andern Ge⸗ mache weilte, und wenig an ihre Schutzbefohlene den⸗ kend, ihren Liebſten durch einen Brief zum Stelldichein beſchied. Oft ſtockte Ellinor mitten im Geſang und Purpurröthe bedeckte ihre Wangen, dann ſchaute ſie verwundert, fragend, denn ſie wußte nicht, warum ſie ſchwieg, warum ſie erröthete, ſie wußte nicht, warum

das Herz ihr ſo mächtig ſchwoll, und der Athem ihr

ſo glühend heiß aus der Bruſt hervorzitterte. Giu⸗ ſeppo aber wußte es, er hatte jede Regung dieſes unbewußten Herzens belauſcht, war jeder Stadie ihres wachſenden Gefühls gefolgt, und wußte, daß ſie ihn liebte. Seltſam, es regte ſich Mitleid in ſeinem Herzen, Mitleid mit ihrer Unſchuld, ihrem Erröthen, ihrem Vater, deſſen einziges Kind ſie war, und der ſie arglos ihm vertraute! Dieſer letzte Gedanke machte Giuſeppo ſtark und männlich ſtolz, er ſchwur mit ei⸗ nem heiligen Eide, das Mädchen zu ſchonen. Nun begann eine Zeit der Leiden! Kalt und finſter trat er von jetzt an dem glühenden Mädchen entgegen, Gluth im Herzen, Ruhe in Tauſendmal hätte

er ſie umſchlingen mögen, und tauſendmal rief er

ſich den Schwur, ſie zu meiden, zurück. Ihre Fragen

beantwortete er kalt, ihrem thränenden Blick mied er zu begegnen. Und unter dieſem Entſagen liebte er ſie täglich heißer, und ſeine Kämpfe wurden täglich