Teil eines Werkes 
1. Band (1841)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

24

Er gab nun Unterricht im Geſange, und friſtete ſo kummervoll ſein Leben! Zuweilen fröhlich bis zum Uebermaß, zuweilen Tage lang ernſt und finſter war er eben, wie alle ſeine Landsleute, wie der Veſuv, der bald in Feuerſtrömen ſeine leidenſchaftliche Luſt verkündet, bald nur in finſterem unterirdiſchem Grollen dahin brütet. Auch eine Geliebte hatte Giuſeppo, der ſiebenzehnjährige Jüngling gefunden, und er gab ihr ſeine erſten Küſſe, ſeine erſten Umarmungen und Seufzer. Als er ſie aber treulos fand, und ſie in den Armen eines Andern überraſchte, erdolchte er ſie im Uebermaaß des Zorns. Er war noch ſo jung, und kannte in ſeiner Wuth keine Ueberlegung. In einem Dorfe unweit Neapel hielt er ſich nur einige

Wochen verborgen, dann kehrte er nach Neapel zu⸗

rück. Eine Veränderung war in ſeinem Weſen vor⸗ gegangen, hatte er einſt Sehnſucht gehabt nach einer Geliebten, ſo haßte er jetzt die Weiber, und bei der Berührung einer Weiberhand durchzuckte es ihn mit glühendem Zorn. Giuſeppo ſchwur ſich, die Un⸗ treue der Einen zu rächen an Allen, und er hielt Wort. Manches Mädchen ward bezaubert von ſeinem Geſang, von ſeinem Angeſicht, und wenn ſie berauſcht von Liebe und Zärtlichkeit, ganz Hingebung und

1 Gluth, in ſeinen Armen gelegen, dann wandte ſich Ginſeppo talt und lachend von ihr, wanderte hine