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Daſſa raſch. Man pflegt uns gewöhnlich falſch zu beurtheilen! Man nennt uns leidenſchaftlich, raſch, hitzig, leicht gereizt, leicht beſänftigt, geſprächig und fröhlich. Man iſt aber im Irrthum! Dies iſt mir erſt in der Fremde, wo man uns ſo falſch beurtheilt, klar geworden. Wir ſind weder leicht gereizt und leidenſchaftlich, noch, wenn wir es ſind, leicht be⸗ ſänftigt. Beharrlichkeit iſt ein Grundzug unſeres We⸗ ſens, und vor Allem Beharrlichkeit in der Rache! Dieſe iſt uns eine heilige Sache, ſie iſt die Religivn des Neapolitaners, und ſie zu erlangen, ſetzt er ſein Leben dran. Fragt Ihr, welches die größte Wonne des Lebens iſt? Der Deutſche wird ſagen: die Ge⸗ liebte zu umarmen! der Engländer: eine neue Ma⸗ ſchine erfunden zu haben! der Franzoſe: Conſeilprä⸗ ſident zu ſein! der Neapolitaner ſagt: ſeine Rache geſtillt zu haben! Dies iſt mehr als Liebe, als Po⸗ litik, als alle Erfindungen, es iſt Lebensbalſam, und oft auch Lebenszweck! Ha, welche Luſt, Jahre lang das Opfer unſerer Rache, mit unſichtbaren Fäden zu umſpinnen, jeder Regung deſſelben einen neuen Faden anzuknüpfen, und ſo allgemach und ungeſehen, dichter und dichter das Netz zuſammen zu ziehen, in dem unſer Opfer zuletzt erſticken muß. Und dann es flehend wimmernd zu unſern Füßen liegen ſehen und keine Gnade geben, das iſt Luſt!


