8
wo vorher ſolche Stille geherrſcht, bot nun plötzlich einen bewegteren lebensvolleren Anblick dar, denn auf den Divan deſſelben hatte Nordheim die Ohnmächtige gelegt, und bemühte ſich mit der Wirthin, ihre Lebens⸗ geiſter zurückzurufen. Auch die beiden Andern, die vorher ſo ſtumm und antheillos da geſeſſen, drängten ſich neugierig herzu, und ſchauten die Unbekannte an, der die Wirthin ſo eben mit kaltem Waſſer die Schläfe rieb.
Sie regt ſich! flüſterte Nordheim, und ſich zu den beiden Männern wendend, ſagte er, laßt uns zurück⸗ treten, damit ſie nicht durch den Anblick unſerer ihr fremden Geſichter auf's Neue erſchreckt wird.
Die Beiden folgten ihm an das andere Ende des Zimmers; doch der Offizier, immer zurückſchauend nach der Dame, war noch bleicher geworden, und als jetzt die Fremde wirklich die Augen aufſchlug, und unſichere verwunderte Blicke umhergleiten ließ, bebte er, wie im tödtlichen Schreck zuſammen, und einen
leiſen Schrei ausſtoßend, verließ er eilig das Gemach.
Die Dame richtete ſich langſam vom Divan auf, und die Hand der Wirthin, die noch immer um ſie beſchäftigt war, ergreifend, ſagte ſie mit einem mat⸗ ten Lächeln und mit etwas fremdem engliſchen Accent: Habt Dank für Eure Güte, und verzeiht dieſe un⸗ freiwillige Unruhe, die ich Euch verurſacht. Ich entſinne


