Teil eines Werkes 
1. Band (1841)
Entstehung
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neben dem erſchütternden Geräuſch der Schüſſe, etwa wie die leiſe geſchluchzte Abſchiedsklage des Mädchens, deſſen Geliebter ſo eben ſein Leben in donnernder Schlacht wagt.

Die Wirthin konnte ein Lächeln nicht unterdrücken, und leiſe zu dem Dritten der Gäſte tretend, flüſterte ſie: Hören Sie, Herr Nordheim, der gute Herr Mac⸗ deam fehlt auch nicht!

Der Angeredete nickte leicht mit dem Kopf, und ſagte halblaut: Die ſtets ſich erneuernde Melodie unſrer Morgenſtunden! Eine Melodie, die viel Weis⸗ heit und viel Thorheit in ſich ſchließt! Die Weisheit, daß der Kampf nie ohne Klage und Schmerz, und ie Thorheit, daß man eben klagt beim Kampfe! Das iſt die Melodie dieſer Piſtolenſchüſſe und Hörnerklänge.

Die Wirthin ſagte, dieſe Sentenz übergehend, mitleidsvoll: Der gute Macdeam! Ich verſichere Sie, Herr Nordheim, ich kann mich oft der Thränen nicht erwehren, wenn ich ſein ſtilles, kummervolles Weſen ſehe, und ſeine von Gram eingefallenen Züge be⸗ tachte

Hat er denn Gram? fragte Nordheim, und ohne eine Antwort abzuwarten, fuhr er fort, dann ſcheint es in der Luft Altenglands zu liegen, dem Fremden Gram und Sorgen zu geben; denn ſeltſam! keiner der Bewohner Ihres lobenswerthen Hauſes ſcheint zur