Teil eines Werkes 
2. Band (1841)
Entstehung
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gewaltiger brausten die Klänge dahin; anfangs in der einfachen, ſanften Melodie, die in ihrer kind⸗ lichen Weiſe etwas Rührendes und Tiefergreifendes hatte, dann immer voller und gewaltiger, bis es zuletzt ſich erhob zu einer Jubelhymne. Es war noch dieſelbe Melodie, aber in anderm Rythmus und an⸗ derm Sinn, und gliech nun einem Triumphmarſch, deſſen Töne jauchzten in Stolz und Freude des Sieges.

Als Macdeam geendet, ſagte er mit einem dank⸗ varen Blick auf Effie: als ich dies Lied zuletzt in London ſpielte, da war ſein Ende minder heiter; daß es jetzt ſo iſt, das danke ich meiner Effie, der ich alles danke!

Ich entſinne mich wohl, ſagte Nordheim lächelnd, ich entſinne mich wohl jenes Momentes. Damals klang das Lied wie die Abſchiedsklage eines Sterben⸗ den, und wie viele freudige Gedanken es auch heute in uns Allen anregt, damals enthielt es für uns Alle, die wir es hörten, nur Schmerz und Wehmuth. Der Grund iſt, weil wir es mit andern Ohren hör⸗ ten und Sie es in andrer Geſinnung ſpielten. Die Muſik gibt ſtets nur das wieder, was wir ihr geben, und drückt nur das aus, was wir bei ihr empfinden. Dieſelbe Melodie, die uns heute wie Sterbelied ge⸗ klungen, kann uns morgen ein Lied der Freude dün⸗ ken, und der luſtigſte Walzer klingt uns oft nur wie