349
über der Mann gedemüthigt und klein iſt, und die er in ſeinen ſchönſten Stunden nur anzubeten, nie⸗ mals zu begreifen vermag. O Ellen, erhalte mir dieſe Liebe, die Dein köſtlichſtes Theil iſt, der Schmuck und Glanz meines Lebens, und gegen deren Beſitz Königreiche und Welten mir klein und nichtig ſind!
Ellen flüſterte: kann ich denn anders als Dich lieben? O dies Gefühl, es iſt ja nicht mein, nicht von mir ſelber; Gott hat es in meine Bruſt gepflanzt, es iſt meine Seele, mein Leben, und wird auch nur mit meinem Leben enden, aber mit meiner Seele fort⸗ leben, ſich aufſchwingen zum Himmel, um dort ewig, ewig zu ſein.
Nordheim ſagte feierlich: ich glaube Dir! Ja, ich glaube wieder an eine Ewigkeit der Liebe! Und daß es alſo iſt, daß wieder Glaube und Vertrauen in mir iſt und himmliſche Zuverſicht zum Leben und zum Sterben, das danke ich Dir, Dir meiner Ge⸗ liebten! Ja, aus Deinen Augen habe ich eine heilige Botſchaft vom Hinmel empfangen, und in Deinem Lächeln hat ſich mir auf's Neue die ganze Welt ver⸗ klärt! O Ellen, ein neues jugendvolles Leben er⸗ ſchließt ſich mir durch Dich, ein Paradies, deſſen Wächter Du biſt, Du, mit Deiner unbefleckten Un⸗ ſchuld und heiligen Weiblichkeit, Du, mit Deiner Seele voll Kindergedanken und Altersweisheit, mit


