Teil eines Werkes 
2. Band (1841)
Entstehung
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Nordheim! Ehe Du ſie aber ſiehſt, und ehe ich ſelber ſie Dir entgegen führe, mußte ich erſt jenen Zwiſt ausgleichen, der uns zu trennen droht! Höre mich an! lege nicht Deine Stirne in finſtre Falten, blicke mich nicht ſo zürnend an! Es iſt kein Grund vor⸗ handen, daß wir uns nicht ferner lieben ſollten und ich denke, wir wollen es immer thun.

Ein Mißverſtändniß war es, fuhr ſie bedeutungs⸗ voll fort, daß Ellen meine Worte anders deuten ließ, als ſie gemeint waren; ſie weiß das jetzt, weiß, daß Du mein Freund biſt, mein Freund, den ich liebe, wie man einen Bruder liebt. Ellen iſt ſo unſchuldig, daß ſie nicht einmal wußte, welch ein Unterſchied zwi⸗ ſchen der Liebe einer Freundin und dem, was ſie empfindet. Ich habe es ihr erklärt und Ellen weiß nun, daß meine Liebe zu Dir neben der ihren beſte⸗ hen kann. Ellen weiß es, daß es mein ſchönſtes Glück, meinen Freund und ſie glücklich und vereint zu ſehen, und daß ich ſelber nichts opfere, wenn ich ſie Dir zuführe, als Deine Geliebte!

Nordheim ſah ſie fragend und erſtaunt an, ſie wich ſeinem Blicke nicht aus, ſie ertrug ruhig die for⸗ ſchend auf ſie gerichteten Augen und begegnete ihnen mit feſtem Anſchauen und unbewegten Zügen.

Muß denn Alles ſich vereinen, ſagte Nordheim leiſe, wie zu ſich ſelber, Alles, um mich zu beſchämen