Teil eines Werkes 
2. Band (1841)
Entstehung
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Dich zu mir zurückrufen, und keine Stimme ſprach für mich in dieſem kleinen eigenſinnigen Herzen! Grollt Ellen mit ihrer Mutter, ihrer Aurelia?

Nein, nein! ſagte Ellen leiſe, und ſchmiegte ſich an ihre Bruſt.

Und doch gingſt Du geſtern von mir ohne Ab⸗ ſchiedsgruß, fuhr Aurelia fort, ihr lächelnd mit dem Finger drohend, und wärſt vielleicht auch heute nicht gekommen, mich aufzuſuchen!

Ellen ſchlug erröthend die Augen nieder und ſtammelte: ich dachte nicht, wirklich nicht, daß Du mich erwarteteſt!

Doch, doch, ſagte Aurelia, ich erwartete Dich, und habe Dir Vieles zu ſagen. Zuerſt, meine Ellen, fuhr ſie fort, und zog ſie zu ſich nieder auf den Di⸗ van, zuerſt wollte ich Dich bitten, meine Heftigkeit und Leidenſchaftlichkeit von geſtern zu vergeſſen. Ich war aufgeregt, ſchwermüthig, litt an Migräne, fühlte mich einſam und verlaſſen.

In ſolchen Stunden ſieht man Alles trauriger und dunkler, als es wirklich iſt, und da war es mir entſetzlich, ganz zerſtörend und niederdrückend denken zu müſſen, daß die Liebe mir auch den letzten Freund, den einzigſten, den ich auf Erden beſitze, entreißen könnte. In dieſer aufgeregten, verzweiflungsvollen Stimmung fandeſt Du mich und, daß ich es Dir

L. Mühlbach. II. 22