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Thränen wollten in ihre Augen treten, Seufzer aus ihrer Bruſt ſich hervordrängen, ſie kämpfte ſie nieder und gebot ſich ſelber Ruhe. Dieſe Genug⸗ thuung mindeſtens, dieſe will ich mit mir nehmen, 1 ſagte ſie, daß er mit mir zufrieden iſt, daß ich in 1 ſeiner Erinnerung lebe als eine, die er hochzuachten 1 ſich gezwungen fühlt, und von der geliebt zu werden, wenn kein begehrenswerthes Gut, doch auch keins, vor dem man zu erröthen habe. Ja, fuhr ſie fort, mit
ſchwärmeriſchem Ausdruck, ſich ſelber begeiſternd in ihrem Entſchluſſe, ja in Ellens Armen, an ſeiner 1 Geliebten Herzen ſoll er meiner gedenken, als eines 1 Weibes, die es muthig wagen darf, mit ihr in die Schranken zu treten, und die mit Todesmuth ihr eignes Herz auf dem Altar der Liebe für ihn opferte! Ich fühle mich wieder muthig und ſtark, neues Leben glühet in mir und neue Gedanken; alle meine Kräfte, die ſchlummerten, find nun erwacht, und fordern That und Leben! Stark bin ich und gewappnet allem Kum⸗ mer Trotz zu bieten und weil es alſo iſt, werde ich ihn auch beſiegen! O dieſe Kraft, die jetzt in mir glüht, dieſe Kraft, das Unglück ſelbſt auf meine Schultern zu wälzen, iſt ſegenbringender und wohl⸗ thätiger, als thatenlos unter der Laſt des Unglücks ſich beugen. Ich, ich will es tragen, ſagte ſie und richtete ſich ſtolz und kühn empor, will es tragen,


