Teil eines Werkes 
2. Band (1841)
Entstehung
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vergib mir, vergib mir, mein Geliebter! Ach, ich weiß, daß ich fehlte, aber die Liebe, die heiße innige Liebe zu Dir ließ mich fehlen!

Als ſie ſich an ihn lehnen wollte, wehrte er ſie heftig ab und ſagte verächtlich: Liebe! Ihr führt dies Wort auf den Lippen, und entheiligt es, indem Ihr es ausſprecht! Höre mich an, fuhr er heftiger fort, und faßte wild Aureliens Arm, höre, was ich Dir zu ſagen habe. Du haſt mich um ein Glück betro⸗ gen, um ein Glück, an das ich lange nicht mehr zu glauben wagte, ja, daß ich mit verzagendem Herzen und zitternder Seele nieinals zu erlangen hoffte, und das, als es ſich mir nahte, einem Zauber gleich meine Seele umgeſtaltete, und mich wieder ſo rein, ſo gläu⸗ big und vertrauend machte, als ich es war, bevor eine Deiner Schweſtern, bevor ein Weib mich lehrte, daß Lug und Trug hienieden und ewiges Wandeln und Wechſeln, daß den Worten, die Eure Lippen ſprechen nicht zu trauen, und nicht der Seele, die aus Euren Augen ſpricht. Und nun, da ich⸗ wieder jung geworden bin und glücklich, da wieder Glauben und Zuverſicht in meiner Seele iſt, da ich zitternd wie ein Knabe, beſchämt und reuevoll vor einer Jung⸗ frau ſtehe, an deren Daſein ich nicht mehr geglaubt, einer Jungfrau an Leib und Seele, da ihr reines Herz ſich mir ergibt, nun kommt wiederum ein Weib,