XVI.
Aurelia war allein in ihrem Zimmer; ihre Seele voll Unruhe und Angſt; ſie ſchämte ſich jetzt ihrer Leidenſchaft, ſchämte ſich der Worte, die ſie zu Ellen geſprochen, ihres Kleimnuths und ihrer Schwäche, als die Thür haſtig aufgeriſſen ward, und Nordheim, bleich, athemlos in heſtigſter Bewegung herein ſtürzte.
Das iſt alſo Dein Werk, ſagte er mit von in⸗ nerer Leidenſchaft erſtickter Stimme, das iſt alſo die Liebe eines Weibes, die nur an ſich denkt, und ihren egviſtiſchen Wünſchen jedes andre Glück opfert. Und Ihr kleinlichen, armſeligen Weſen, zuſammengeſetzt, aus Egoismus und Sinnlichkeit, Euch ſollte man eine ewige Liebe weihen! O welch ein Thor ich war, bei Dir an Größe und Edelmuth zu glauben, Dich für eine Auserkohrne zu halten. Du biſt nichts als ein Weib!
Aurelia zitterte vor dem wilden Zorn, der aus ſeinen Augen ſprühte, vor der Verachtung mit der er ſie anſchaute, ſie faltete die Hände und flehte leiſe


