Teil eines Werkes 
2. Band (1841)
Entstehung
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mußte, um ſe zu verſtehen: Herr Nordheim Sie dürfen mir nicht zürnen über das, was ich ſagen will, und nicht denken, daß ich Ihnen wehe thun möchte. Gewiß nicht, ich möchte Niemand Schmerz bereiten und Kummer, denn ich weiß jetzt, daß man ſo ſchwer daran zu leiden hat!— Wieder ſchwieg ſie einen Angenblick, nach Faſſung ringend, dann fuhr ſie fort: hier nehmen Sie! Es ſind Erinnerungs⸗ zeichen aus vergangenen Tagen, die nun ſchon weit, weit hinter mir liegen! Nehmen Sie! Es ziemt mir nicht, ſolche Dinge von dem Verlobten einer Andern zu bewahren. Von dem Verlobten meiner Mutter, der ich in ewiger Dankbarkeit verpflichtet bin!

Nordheim fragte mit verhaltener Leidenſchaft: wer ſagt, daß ich es bin?

Ellen erwiderte feſt: Aurelia ſelbſt! Und ich bin nur traurig, daß ſie mir, ihrer Tochter, nicht früher vertraute, daß ſie ſo ſpät erſt mich mit dieſer Verbindung bekannt machte, ſo ſpät erſt mich Theil nehmen ließ an ihrem Glück. Unerfahren wie ich bin, ahnte ich nichts davon, und nahm für Freundſchaft was doch— Liebe war! ſetzte ſie unhörbar hinzu.

Nordheim hatte indeß das dargereichte entfaltet, ſein Auge ſtrahlte in Freude vor dieſen Zeichen einer ſtillen, jungfräulichen Liebe, er wandte ſich zu ihr hin mit ſtrahlendem Blick, und konnte nichts ſagen, als: Ellen!