zerriß ſie dieſelben. Es zuckte aber in ihrem Her⸗ zen, als ſie es that, und ſie meinte, dabei einen tiefen Schmerz in ihrer Bruſt zu empfinden.
Dann drückte ſie ihre gefaltenen Hände feſt an ihren Buſen, als wollte ſie den Schmerz zurückhalten der darin nagte, und ihr frommer Blick richtete ſich nach oben, um Beiſtand in ihrem ſchweren Kampfe flehend!
Ein Klopfen an ihre Thüre machte ſie erbeben; es war Ellinor, die ſie um Einlaß bat. Ellen fühlte ſich noch nicht ſtark genug, ſie zu ſehen; ſie wußte, den theilnehmenden mütterlichen Augen gegenüber, würde ihre ganze Kraft ſie verlaſſen, und mit ihren Thränen ihre Faſſung verrinnen.
Schluchzend und leiſe mit gefaltenen Händen lehnte ſie ſich an die verſchloſſene Pforte, vor der außen ihre Mutter ſtand, und mit halb verſagenden Worten bat ſie, nur noch kurze Zeit ſie allein zu laſſen, und nicht zu fragen um ihr Leid.
Als Ellinor ihren Bitten nachgab und ſich ent⸗ fernte, raffte Ellen alle dieſe theuren Erinnerungs⸗ zeichen zuſammen, und ſie wieder zuſammenbindend, ſagte ſie wehmuthsvoll: Lebt wohl! Meine ganze Vergangenheit, mein ganzes Glück verläßt mich mit euch! Und doch muß ich dies Alles ihm zurück⸗ geben, damit er ſieht, daß es mir ernſt iſt mit mei⸗ nem Entſchluß!


