Teil eines Werkes 
2. Band (1841)
Entstehung
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der Männlichkeit und göttlichen Menſchheit, daß Du mich lieben kannſt! Und lehren will ich alle Welt, daß empfangende und gebende Liebe das herrlichſte Glück iſt, ein Glück, um das uns die Engel beneiden müſſen, weil ſie es nicht vermögen, menſchlich zu lieben! Nordheim ſagte lächelnd: o Weiber, Weiber! nie zu überzeugende, unbegreifliche Weſen! Mit männ⸗ licher Feſtig t Ihr bei Euern Meinungen, und keines edtſamkeit vermag Euch zu überzeugen! Als urelia aber mit ſüß verlocken⸗ dem Liebeslächeln anblickte, konnte er ſich nicht ent⸗ halten ihre ſtrahlenden Angen zu küſſen, und an ihrem glühenden Herzen vergaß er, wenn auch nur auf Momente, ſeine Lehre und Weisheit der Vergäng⸗ lichkeit; der Dämon finſterer Prophezeiungen war gebannt von eines Weibes Liebe, und nicht gedenkend und achtend der möglichen Schreckniſſe einer Zukunft, genoß er in ungetrübtem Glück die Entzückungen der Gegenwart. Aurelia aber flüſterte unter Küſſen: ſchließt nicht ein ſolcher Moment das ganze Leben in ſich? Iſt er nicht Gegenwart und Zukunft?! Mag es, mag es ſo ſein, ſagte Nordheim wild, komm, laß mich von Deinen Lippen vom Lethe trin⸗ ken, der mich vergeſſen läßt, daß es eine Vergan⸗ genheit gibt. Nichts will ich wiſſen, als daß die Gegenwart ſchön iſt in Deiner Umarmung!