Teil eines Werkes 
2. Band (1841)
Entstehung
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einſt liebteſt, haſſeſt Du jetzt, und ſo wird, was Du jetzt liebſt, auch in der Zukunft Dir anders erſcheinen. Dein Herz iſt wie Welt und Leben; Wechſel iſt überall und Vergänglichkeit, nichts iſt bleibend als der Wech⸗ ſel, nichts dauernd als das ewige Vergehen und Entſtehen. Und denke nicht, Aurelia, daß dies Wech⸗ ſeln unſrer Gefühle ein Mangel iſt und eine Schwäche des menſchli Nein, es iſt eine göttliche Kraft, es iſt ugend des Geiſtes, die ſich in dieſem ſteten ſel offenbart und aus vergehen⸗ den ſterbenden Blüthen den Keim zu neuem Daſein und Leben ſchöpft; es iſt die Kraft der That, die in ſchwellendem Jugenddrang das Alte verdrängt und das Neue ſucht, ſucht, weil ſie ſtrebt nach dem Voll⸗ kommenen und Erhabenen, und immer neu ſucht, weil ſie nirgend findet! Rede mir Niemand von Be⸗ ſtändigkeit, fuhr Nordheim eifriger fort, Niemand von Unveränderlichkeit; was da iſt, iſt halb ſchon geweſen, und nur, was ſein wird, iſt! Die Gegenwart iſt mit der wechſelnden Minute ſchon Ver⸗ gangenheit geworden, und nach Zukunft und Wechſel drängt und ſtrebt alle Gegenwart. In der Sekunde, die in geheimnißvollem Walten die drei größten Mo⸗ mente des Daſeins, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in ſich faßt, in dieſer Sekunde liegt die große und heilige Lehre alles Lebens und Daſeins, aller