Teil eines Werkes 
2. Band (1841)
Entstehung
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ihr lag dies ſchmutzige entwürdigte Weib, nicht die Betende beachtend, nicht die Weinende verſtehend, nicht wiſſend, daß ſie es war, die dies Gebet und dieſe Freudenthränen hervorgerufen, und in thieriſchem Be⸗ hagen an jenem unheilsvollen Trank ſich erquickend, der der einzige Wunſch und die einzige Würze ihres Lebens war.— Als ſie ſich überzeugt, daß auch nicht ein Tropfen von ihrem lieben Getränk mehr im Topf, wandte ſie den ſtechenden Blick auf Ellinor hin, und ſagte: was habt Ihr denn? Was liegt Ihr an'ner Erden, und was wollt Ihr?

Ellinor zuckte zuſammen bei dieſer Stimme, de⸗ ren ſpitzer heißer Ton ſie aus ihren Entzückungen und ihrem Gebet zurückverſetzte in die Gegenwart, und aufſtehend ſagte ſie: mein Kind lebt, ſagt Ihr? Wo aber, wo werde ich es finden? Wo iſt es?

Das iſt ſchwer zu ſagen, erwiderte die Alte, und ich weiß's ſelber nit!

Ihr wißt es nicht? ſagte Ellinor bebend, und wißt doch, daß es lebt?

Das heißt, vor ſechs Jahren, als ich's zuletzt

ſah, war's wohl und geſund, ſagte das Weib. Ellinor ſeufzte tief und ſchmerzvoll, und aus freudiger Hoffnung zurückgeſchleudert in hoffnungs⸗ loſen Schmerz ſenkte ſie ihr Haupt auf ihre Bruſt in peinvollem Weh. Gleich Moſes war ſie mit