Teil eines Werkes 
9. Theil, Rebekka : 2. Band (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

131

mit thränenloſen Augen in ihrem Herzen verſchloſſen hatte, enthüllte ſich in dieſen Stunden.

Margarethens Herz erbebte i bangſten Mit⸗ gefühl beim Anhören von Schmerzen, deren Da⸗ ſein ihr in ihrem einſamen, friedlichen Leben fremd geblieben, und ſich zitternd und in Thränen zer⸗ fließend an Robert's Bruſt ſchmiegend ſeufzte ſie: kann es denn ſo viel Leid geben auf dieſer ſchö⸗ nen Gotteswe

Die Menſchen, ſagte Robert,haben das Leid auf die Erde gebracht, und die Welt, die Gott zur Schönheit und Frende geſchaffen, verdun⸗ dunkelt mit ihrer Qual. Dieſe da, fuhr er fort, und zeigte mit der Hand auf Maria hin,die ſpeben in wildem Jammer Gott um ein Zeichen ſeines Daſeins anflehte, dieſe da iſt krank an der Welt und ihren Irrthümern. Sie hat Liebe ge⸗ geben und dafür Haß empfangen, ſie iſt gekommen, um glücklich zu ſein, und man hat ſie hinabge⸗ ſtoßen in das Unglück, ſie hat gebetet zu Gott in heißem Vertrauen, die Menſchen aber mit ihren äußern Formen und gelernten Gebeten haben die ihren zerſtört und ihr Vertrauen auf Gott unter⸗ graben. Sie iſt ein Kind der Welt, und die Leiden der Welt haben ihre Seele gebeugt und ihren Körper zu Boden gedrückt. Kann ſie ge⸗ neſen, ſo kann ſie es nur hier, fern von der Welt, mit der Natur und in Gott. Wollen wir ſie denn

lieben, Margaretha, lieben als wenn ſie unſer