249
Vaters zu widerſtehen,— ſie ſolgte ſeinem Ruf und kehrte zu ihm zurück. Aber der Gram ging doch mit
ihr, und im Jahre 1722 brachte er ihr frühen, ein⸗
ſamen Tod.
Und wo waren ſeine beiden Kinder, ſeine Söhne Georg und Joſeph Räköczy? Die Söhne gehören doch zum Vater, und keine irdiſche Gewalt darf ſie dem Vater entziehen, wenn er ſie zu ſich ruft. Wo waren
ſie alſo, die Söhne des Fürſten Franz Räköczy?
Sie waren in Wien unter der Vormundſchaft des Kaiſers und der Kaiſerin⸗Mutter, und dort erzog man die Söhne Räköezy's zu deutſchen Edelleuten, in denen die Traditionen ihres Hauſes erlöſchen ſollten.
Eine Freude war in ſpätern Tagen dem Helden und Dulder Franz Räköczy noch vorbehalten: ſein Sohn Joſeph Räkoczy kam zu ihm in ſein Exil nach Beßarabien. Aber auch dieſe Freude hatte ihren Schmerz neben ſich— der Sohn, den er endlich ſehen und um⸗ armen konnte, er verſtand kein Wort von der Sprache ſeines Vaterlandes, kein Wort ungariſch!
Einſam, nur umgeben von ſeinen wenigen treuen Freunden, lebte Räkéczy ſechs Jahre in Paris, und viele Schmerzen und Enttäuſchungen ſollte er auch hier noch erleben. König Ludwig XIV. ſtarb, und es kamen die Tage der Regentſchaft, die Tage der Finanz⸗


