230
Durch Forgacs's Nichtbefolgen der Befehle, die er von dem Fürſten und Kriegsfeldherrn Raköczy erhal⸗ ten, ging die vom Fürſten ſelber eroberte Feſtung Gran wieder verloren; durch Bereſényi's ſtürmiſches Drän⸗ gen ward Vieles überſtürzt, was langſam hätte reifen müſſen, und was nun obfiel und zur faulen Frucht ward.
Räköczy erkannte es wohl, welche ſchlimme Dienſte ihm die Freunde leiſteten, aber ſein milder Sinn ver⸗ ſchmähte jede harte Strafe; ſtatt Forgaes vor ein Kriegsgericht zu ſtellen, und durch ſo ernſtes Beiſpiel die andern trotzigen und eigenmächtigen Offiziere ſei⸗ nes Heeres zu ſchrecken, ließ Räkéczy ihn, weil er wußte, daß das Kriegsgericht den ungehorſamen und widerſpänſtigen General Forgacs zum Tode verur⸗ theilen würde, nur in feſten Gewahrſam auf das alte Schloß Zips bringen, wo er bis zu Ende des Krieges gefangen blieb.
Statt Bereſényi, der durch Stolz, Hochmuth und wilden Zorn die Getreueſten und Edelſten empörte und ſie der Sache Räköczy's abwendig machte, mit ernſtem Wort zu bändigen, ließ er ihn nur zu oft ge⸗ währen, und ſuchte nur gut zu machen, was Jener verſchuldet.
Aber ſchwerer iſt das Gutmachen, als das Ver⸗


