189
ſich jetzt von ihm abzuwenden, drohte ihn zu verlaſſen. Denn nicht die Feindſchaft Oeſterreichs allein hatte er zu bekämpfen, ſondern auch die Feindſchaft, den Neid und das Mißtrauen ſeiner eigenen Bundesge⸗ noſſen, der Türken. Die Miniſter und Generäle des„ Sultans ſahen mit ſcheelem Auge auf den Fremdling, N der ſich der Gunſt des Sultans erfreute, der über ſie geſetzt war, und dem ſie in den militäriſchen Anord⸗ nungen gehorchen ſollten. Sie waren gefliſſentlich be⸗ reit, ihm überall Hinderniſſe in den Weg zu legen, ſie widerſtrebten allen ſeinen Plänen mit zäher Hartnäk⸗ kigkeit, gehorchten ihm nur mit Widerwillen, und tha⸗ ten Alles nur halb, was Tököly angeordnet. Sie wa⸗ ren fortwährend bemüht, das Ohr des Sultans gegen ihn einzunehmen, ihm Mißtrauen einzuflößen gegen den ungariſchen Befehlshaber, der ſich das Anſehen gäbe, als kämpfte er gegen den Kaiſer Leopold, während er doch abſichtlich bemüht ſei, für ihn zu wirken, und durch ſeine ſchlechten Anordnungen dem Kaiſer einen
FPlatz nach dem andern ausliefere und in die Hände ſpiele.
Tököly kannte dieſe Feindſchaft der Diener des Sultans ſehr wohl, und er ſah die Nothwendigkeit ein, dem Sultan einen unwiderleglichen Beweis ſei⸗ ner Treue und Anhänglichkeit zu geben. Was fonnte


