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dieſem äußeren Vorhaben, und was er äußerlich an⸗ greifen und bekämpfen ſollte, das entſprach dennoch ganz und gar den innerſten Hoffnungen und Wünſchen des Palatins. Nimmer konnte es ihm, dem treuen
Ungarn und Patrioten, Ernſt ſein, die Macht des
Kaiſers noch dadurch zu vergrößern, daß er ihm das Fürſtenthum Siebenbürgen eroberte; nimmer konnte er wünſchen, den eigenen Landsleuten, den Ungarn,
dieſe Zufluchtsſtätte zu verſchließen, wohin ſie ſich flüchten konnten vor den Angriffen und der Rache des
Kaiſers: denn den verfolgten, den des Hochverraths angeklagten Ungarn hatte Siebenbürgen ſtets ein Aſyl
geboten, und die Fürſten von Siebenbürgen waren immer die treuen Bundesgenoſſen der für ihre Frei⸗
heit kämpfenden Ungarn geweſen.
Der Palatin von Ungarn konnte unmöglich den ungariſchen Patrioten dieſes Aſyl verſchließen, nicht
der Kerkermeiſter des katholiſchen Kaiſers werden!
Nikolaus Eſterhäzy zog daher wohl den beiden
Generälen Stephan Bethlen und David Zölyomy,
die mit einem Vortrab der Armee des Fürſten Georg
Rakoczy bei Rakamäcz ſtanden, entgegen, aber er ward von ihnen zurückgeworfen, und ſtatt nun noch das Nahen des Fürſten mit der Hauptarmee abzuwarten, kehrte
er eilig um nach Preßburg. Von dort meldete er dem


