Teil eines Werkes 
1. Band (1861)
Entstehung
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als gefürchtete, ſieghafte Feinde den Habsburgern

gegenüber, und als endlich am dreiundzwanzigſten Juni 1606 dieſer lange und erbitterte Kampf in dem

Wiener Frieden ſeinen Abſchluß fand, durfte die ungariſche Nation ſeinen Helden Boeskay und

Räköczy ihren Dank entgegenjubeln, denn dieſer Frie⸗

den gab Ungarn mindeſtens einen Theil ſeiner religiö⸗ ſen und politiſchen Freiheiten wieder. Dieſer Jubel und dieſe Freude ſollte indeß nur von kurzer Dauer ſein. Bocskay, der ſich auch nach dem Wiener Frieden noch immer in Ungarn aufhielt, hatte zu ſeinem Statthalter in Siebenbürgen ſeinen Freund Sigismund Räköczy ernannt, und ſchon im nächſten Jahre gelangte zu dieſem die Trauerkunde, daß Bocskay in Kaſchau vergiftet und eines qualvollen Todes geſtor⸗ ben ſei. Aber er hatte doch noch Zeit gehabt ſein Haus zu beſtellen, undzu ſeinem Nachfolger auf dem Throne von Siebenbürgen hatte er ſeinen Vertrauten und Kampfgenoſſen Valentin Drugeth den Siebenbürgern empfohlen. Die Stände von Siebenbürgen aber, ſo ſehr ſie ihren Fürſten Boeskay geliebt hatten, wählten dennoch im Widerſpruche mit dem letzten Willen des Gemordeten, nicht Valentin Drugeth, auch nicht Gabriel

Bätöry, der ſich um die Fürſtenwürde bewarb, ſondern Sigismund Räköczy zu ihrem Fürſten.