nimmer ſich beirren und beſtechen läßt, weder vom Glück noch vom Unglück, weder von der Gunſt noch von der Ungunſt der Verhältniſſe, ſondern mit dem nach Innen gewendeten Blicke nur lebt und wirkt der Einen Idee, die ſeines Lebens Stern und Nerv geworden.
Nicht ein Geſchichtsbild von Ungarn iſt es, was wir hier unſern Leſern entrollen, nicht eine Geſchichte der Kämpfe, der Siege und Niederlagen Ungarns beabſichtigen wir zu entwerfen, ſondern nur das Lebens⸗ bild eines edlen und großen Mannes, eines Charak⸗ ters wollen wir zeichnen, und— wir ſagten es ſchon — die Märtyrer, ſei's der Religion, ſei's der Politik, ſie gehören nach ihrem Leiden und Sterben nicht mehr der Nation an, in welcher ſie geboren wurden, ſondern ſie ſind das Gemeingut aller Völker geworden.
Franz Räköczy war der Held und der Märtyrer ſeiner Idee,— er war ein großer Mann, das haben nicht blos ſeine Freunde, ſondern auch ſeine Feinde von jeher anerkannt, und es lohnt ſich wohl der Mühe, ſich dieſen großen Mann ein wenig näher zu betrach⸗ ten, dieſen großen Malln, dem von drei Nationen und zwei Kaiſern Königskronen angeboten wurden und der ſie ausſchlug, weil, wie er ſelber ſo rührend und ſchön ſagte, er nicht gekämpft habe um ſich zu erhöhen, ſon⸗ dern um ſein Volkund ſein Vaterland glücklichzu machen.


