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nach ſeinen Grundſätzen und ſeinem Gewiſſen handeln, ich werde das auch thun, und habe die Ehre, mich Ew. Majeſtät zu empfehlen.*)
Er verneigte ſich flüchtig, und dem König den Rücken zuwendend, verließ er mit lauten, dröhnenden Schritten das Kabinet.
Der König ſchauete ihm mit blitzenden Augen nach, und als die Gräfin du Cayla wieder hinter dem Schirm hervortrat, ſah ſie, daß Ludwig ſich ganz allein aus ſeinem Lehnſtuhl erhoben hatte, und ſeiner Gicht und ſeiner Schmerzen nicht achtend, zu ſeinem Schreibtiſch hinging.
Sire, rief die Gräfin zu ihm hinſtürzend, um ſeine ſchwerfällige, wankende Geſtalt zu unterſtützen, Sire, was wollen Sie thun?
Ich will an den König von Preußen ſchreiben, rief Ludwig mit vor Zorn zitternder Stimme. Ich will meine Ehre nicht ruhig er⸗ würgen laſſen, und ich will Denen, welche es bezweifeln wollen, be⸗ weiſen, daß noch Muth in dieſem von Schmerzen geſchwächten Körper wohnt.—
Er nahm haſtig die Feder, und ſchrieb:
„Mein Herr Bruder! Der Feldmarſchall Blücher mißbraucht Ihre Befehle, um die Zerſtörung der Brücke von Jena, deren Namen ich verändert habe, und die jetzt Brücke der Militair⸗Schule heißt, an⸗ zuordnen. Dieſe unpaſſende Handlung könnte mich leicht mit meinen Unterthanen in Unfrieden bringen, weil ſie glauben könnten, ſie ſei mit meiner Zuſtimmung geſchehen. Sie würde meine Krone in Miß⸗ kredit bringen, denn ich bin in Paris, und ich ſetze voraus, daß Paris noch immer meine Reſidenz iſt. Ich bitte Ew. Majeſtät, mit Ihrer Autorität einzuſchreiten; es iſt eine Gnade, welche ich von Ihnen er⸗ flehe. Wenn Sie indeſſen mir dieſelbe nicht bewilligen wollen, ſo be⸗ ſchränke ich mich darauf, Sie aufzufordern, mich die Stunde wiſſen zulaſſen, in der man die Brücke zerſtören will, damit ich mich alsdann mitten auf dieſelbe ſetzen kann. Ludwig.“**)
*) Dieſe ganze Unterredung iſt hiſtoriſch. Siehe darüber: Mémoires d'une dame de qualits. Vol. I. S. 320. **) Dame de qualité. I. 322.


