Teil eines Werkes 
4. und letzte Abtheilung, Die Wiener Conferenzen : 4. Band (1859)
Entstehung
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mit ſeidenen Handſchuhen anfaſſen, und recht höflich und artig gegen ſie ſein, damit man dadurch beweiſe, daß man ſelber ein feiner und gebildeter Mann ſei und Reſpect habe vor den feinen, klugen Fran⸗ zoſen. Ich hab' aber gar keinen Reſpect vor ihnen, und mir iſt's ganz egal, ob ſie mich für einen Barbaren halten, ich will man blos ſie abſtrafen und Deutſchland rächen, weiter nichts. Na, nun wollen wir mal ſehen, was der Herr Graf ſchreibt.

Er ſchlug den Brief auseinander und las. Aber ſeine Züge nahmen während des Leſens einen zornigen Ausdruck an und ſeine dicken weißen Augenbraunen zogen ſich dichter zuſammen.

Noſtitz, rief er, wiſſen Sie, was der Graf von mir will? Er ver⸗ langt, daß ich die Brücke von Jena nicht ſprengen ſoll, er meint, man würde das als eine barbariſche Grauſamkeit rügen und auch unſer König würde unzufrieden⸗damit ſein. Und die Hauptſach iſt, daß er hinzufügt, der Herr Fürſt von Talleyrand ſei eben bei ihm geweſen, und in des Herrn Fürſten Namen ſolle er mich dringend um die Er haltung der Brücke erſuchen. Na, was ſagen Sie dazu, Noſtitz?

Graf Noſtitz zuckte die Achſeln und ſchwieg.

Ich will Ihnen zeigen, was ich dazu ſage, rief Blücher. Warten Sie mal hier, ich will gleich ſelbſt die Antwort an den Grafen ſchrei⸗ ben und Sie können ſie dem Boten geben. Ih, ſehen Sie mal, der Herr Fürſt von Talleyrand läßt bitten, daß die Brücke von Jena nicht geſprengt werde!

Er trat raſch zu dem Schreibtiſch hin, an welchem Napoleon ſo oft ſeine ſtolzen und hochfahrenden Briefe an den König von Preußen geſchrieben, und mit fliegender Hand warf er einige Zeilen von kühner, rieſengroßer Schrift auf das Papier hin.

So, ſagte er dann, nun hören Sie mal meine Antwort an den Grafen!

Und mit hochfliegendem Athem, das Antlitz noch geröthet von Zorn, las Blücher:Herr Graf! Ich habe beſchloſſen, daß die Brücke ge⸗ ſprengt werden ſoll, und kann Euer Hochgeboren nicht verhehlen, daß es mich recht lieb ſein würde, wenn Herr Talleyrand ſich vorher druf⸗