Elementen ein großes Weltreich zu begründen, daß ich den Liberalis⸗ mus bei Seite ſchob, um Herr in meinem Reich zu bleiben.
Und es iſt dennoch zuſammengeſtürzt, mein Bruder, ſagte Lucian traurig. Sie hatten den Liberalismus zertreten, aber die Bafonette und der Abſolutismus haben Ihren Thron nicht aufrecht zu erhalten vermocht.
Darum will ich es jetzt mit dem Liberalismus verſuchen, rief Napoleon. Frankreich will die Conſtitution, ich nehme ſie alſo an,— ich ſage nicht für immer, aber für jetzt. Wenn es mir gelingt, mich mit den Mächten in Frieden zu verſtändigen, dann freilich—
Die Thür des Vorſaals ward nach leiſem Klopfen geöffnet, und Caulaincourt, der Herzog von Vicenza, trat ein.
Nun, Herr Miniſter des Auswärtigen, rief der Kaiſer ihm ent⸗ gegen, was bringen Sie mir?
Sire, der Courier, welchen ich mit einem Handſchreiben Ew. Ma⸗ jeſtät an den Kaiſer von Rußland nach Deutſchland abſandte, iſt ſo eben wieder hier eingetroffen, ſagte Caulaincourt.
Und er hat den Kaiſer Alexander getroffen?
Nein, Sire. Man hat den Courier an der Grenze Deutſchlands zurückgewieſen.
Hat er nicht geſagt, daß er Depeſchen für den Kaiſer von Ruß⸗ land habe? Hat er nicht verlangt, daß man ihn, wenn auch unter Be⸗ deckung, zu dem Kaiſer reiſen laſſe?
Er hat es gefordert, aber man hat es ihm indem man ihm bedeutete, daß der Kaiſer Alexander wolle durchaus keine Unterhandlungen mit Ew. keine Briefe von Ihnen empfangen.
ſagte Napoleon leiſe vor ſich s dem Courier, den ich an
Zurückgewieſen!
R;
hin! Vielleicht gelingt e g vater, den Kaiſer von Oeſterreich, abgeſandt habe, die Grenze zu über⸗
ſchreiten, und dem Kaiſer meine Friedensvorſchläge zu überbringen. Sire, auch dieſer Courier iſt heute wieder zurückgekehrt, ſagte
Caulaincourt. Er iſt auf der Grenze einer Abtheilung des öſterreichi⸗
ſchen Heeres begegnet, und hat ſich zu dem commandirenden General
Mühlbach, Napoleon. IV. Vd. 37


