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und daß die Zuſatzacte mir die Zuſtimmung der Kammern gewonnen hat. Ich habe die Liberalen durch Ihren Mund zu mir ſprechen laſſen; ich habe Ihre Anſichten angenommen. Ich bin der Mann des Volks. Wenn alſo, wie Sie ſagen, das Volk wirklich die Freiheit will, bin ich ſie ihm ſchuldig; ich habe ſeine Souverainetät anerkannt, ich muß daher wohl ſeinem Willen, ſelbſt ſeinen Capricen mein Ohr leihen. Auch haſſe ich die Freiheit nicht; ich habe ſie beſeitigt, als ſie ſich meinem Weg entgegenſtellte, aber ich verſtehe ſie, und bin in ihren Gedanken aufgewachſen.*) Mögen die Kammern das jetzt anerkennen, und mögen ſie mir einen Beweis geben, daß ſie mir vertrauen, denn nur durch feſtes Zuſammenwirken können wir Frankreich vor dem Un— heil bewahren. Denn verhehlen wir uns nicht: Frankreich iſt in Ge⸗ fahr! Ich habe noch einmal verſucht, friedliche Unterhandlungen anzu⸗ knüpfen, und den fremden Mächten Verſicherungen meiner Friedfertig⸗ keit zu geben. Wenn ſie dieſe wiederum zurückweiſen, dann bleibt uns nur der Krieg, dann muß ſich ganz Frankreich mit mir erheben, mit mir Ein Mann, Ein Herz, Ein Gedanke und Ein Wille ſein, denn nur dann können wir Frankreich erretten und vor dem Untergang be⸗ wahren! Ach, rief der Kaiſer, als eben leiſe an die Thür des Cabinets geklopft ward, da kommt Lucian!
Er ſchritt haſtig nach der Thür hin und ſtieß ſie auf. Der Kaiſer hatte ſich nicht getäuſcht, es war wirklich ſein Bruder Lucian, welcher jetzt in das Cabinet eintrat. Ein einziger ſchneller Blick auf das bleiche erregte Antlitz ſeines Bruders ſagte Napoleon, daß er ihm keine guten Nachrichten zu bringen habe.
Mit einer ſchnellen Bewegung, ohne Gruß, ohne Frage, wandte er ſich haſtig um und ging auf und ab. Seine Blicke, die wie düſtere Flammen durch das Zimmer blitzten, trafen jetzt die Geſtalt Benjamin Conſtants, der in peinlicher Angſt und Verlegenheit, nicht wiſſend, ob er bleiben ſolle, oder verabſchiedet ſei, ſich der Thür genähert hatte.
Der Kaiſer deutete mit einem raſchen Wink ſeines Hauptes nach der Thür hin, und ſagte kurz: Gehen Sie!
*) Napoleons eigene Worte. Siehe: Benj. Constant, Lettres ete.
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