Teil eines Werkes 
4. und letzte Abtheilung, Die Wiener Conferenzen : 4. Band (1859)
Entstehung
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überlegt, welches die Wünſche Frankreichs ſind, und was ich der Na⸗ tion als Zeichen meiner Liebe opfern müßte. Die Nation hat ſich zwölf Jahre von allen politiſchen Bewegungen ausgeruht, und ſeit einem Jahr ruht ſie ſich auch rom Krieg aus. Dieſe doppelte Ruhe hat ihr das Bedürfniß der Bewegung gegeben. Sie will oder glaubt eine Tribüne und Verſammlungen haben zu wollen: ſie hat ſie nicht immer gewollt. Sie hat ſich mir zu Füßen geworfen, als ich zur Herrſchaft gelangte. Sie müſſen das wiſſen, Sie, der Sie damals verſuchten, Oppoſition zu machen. Aber wo war Ihre Unterſtützung, Ihre Stärke? Nirgends! Ich habe weniger Autorität beanſprucht, als man mich aufforderte zu beanſpruchen. Aber heute iſt Alles verändert: eine ſchwache, den nationalen Intereſſen abgewandte Regierung hat dieſen Intereſſen die Gewohnheit gegeben, ſich immer im Vertheidi⸗ gungszuſtand zu halten und die Autorität zu chicaniren. Der Geſchmack an Conſtitutionen, Reden, Debatten ſcheint wieder zu erwachen. Aber täuſchen Sie ſich nicht darüber, nur die Minorität iſt ſo geſonnen. Das Volk, oder wenn Sie lieber wollen, die Menge, will nur mich. Haben Sie ſie nicht geſehen, dieſe Menge, wie ſie ſich bei meiner Heimkehr überall mir entgegendrängte, von der Höhe der Gebirge ſich zu mir herniederſtürzte, mich rufend, mich ſuchend, mich grüßend? Bei meinem ganzen Zuge von Cannes hierher habe ich nicht erobert, ſon⸗ dern nur adminiſtrirt. Ich bin nicht blos, wie man mir geſagt hat, der Kaiſer der Soldaten, ich bin auch der Kaiſer der Bauern, der Plebejer Frankreichs. Trotz der Vergangenheit ſehen Sie das Volk zu mir zurückkehren, denn es iſt Sympathie zwiſchen uns.*) Wollen Sie das beſtreiten?

Nein, Sire, wenn das Volk nur aus Soldaten, Bauern und Ple⸗ bejern beſtände, ſo würden Sie Recht haben zu ſagen, daß das ganze Volk für Sie iſt, denn dieſe Alle bewundern und lieben den Kaiſer, den Feldherrn, der ihnen und dem Vaterland ſo viel Ruhm und Ehre

*) Dieſe ganze Rede enthält nur Napoleons eigene Worte. Siehe: Lettres sur les cent-jours, par Monsieur Benjamin Constant.