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Mädchen verkleideten Prinzen, mit guten und unverdächtigen Päſſen verſehen, Wien verlaſſen, um mit dem Prinzen bis nach Straßburg zu fahren, wo wir ſie erwarten.
Und Sie ſind ſicher, daß Sie dieſer Dame trauen können? fragte die Gräfin. Bedenken Sie wohl, daß ich einſt in die Hände des Kai⸗ ſers geſchworen habe, den König von Rom zu behüten und zu bewachen, und ihn keinen fremden Händen zu überlaſſen. Wenn ich dieſem Schwur alſo jetzt zuwider haudele, ſo muß ich ſicher ſein, daß der Prinz ſolchen Händen übergeben wird, die ihn ſicher behüten werden. Ich frage Sie alſo, kraft meines Amtes als Gouvernante des Königs von Rom, wie heißt und wer iſt die Dame, welcher Sie den Prinzen anvertrauen wollen?
Nun, ich will Ihnen eine offene und rückhaltsloſe Antwort geben, Gräfin. Dieſe Dame heißt Friederike Hähnel, und ſie iſt die Freundin des Staatskanzlers von Hardenberg. Bei ihr wird man daher nicht den Sohn des Kaiſers ſuchen, ſie allein iſt im Stande, ihn ſicher und ungefährdet von hier fortzuführen, und ſie allein konnte durch den mächtigen Gönner, der ihr zur Seite ſteht, und der freilich nichts ahnt von den Plänen der Freundin, zu einer Reiſe nach Frankreich Päſſe erhalten, die man ſonſt Jedermann verweigern würde.
Aber wie kommt es, daß dieſe Dame, die Freundin eines dem Kaiſer Napoleon feindlichen Staatsmannes, ſich ſo ſehr für das Schick⸗ ſal des Königs von Rom intereſſirt, daß ſie ſogar ihre eigene Exiſtenz und Stellung für ihn in Gefahr bringt?
Das, Gräfin, ſollte eigentlich mein Geheimniß ſein, aber ich halte mich in meinem Gewiſſen verpflichtet, Ihnen die volle Wahrheit zu ſagen, um Sie ganz zufrieden zu ſtellen. Dieſe Dame alſo, Friederike Hähnel, liebt mich, und aus Liebe zu mir fördert ſie meine Pläne, iſt ſie mir hülfreich und nimmt Theil an meinen Complotten. Gräfin, wäre der Zweck nicht ein heiliger und großer, ſo wären Sie berechtigt, mich einen Verbrecher zu nennen, denn ich habe wiſſentlich und mit kalter Ueberlegenheit ein Herz verführt, ich hintergehe und betrüge eine große und ſtarke Liebe, die bereit iſt, mir Alles zu opfern, und die ich doch nur zu meinen Speculationen mißbraucht habe.
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