Teil eines Werkes 
4. und letzte Abtheilung, Die Wiener Conferenzen : 3. Band (1859)
Entstehung
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Majeſtät verzeihen, ſagte Hardenberg, nicht alle Diplomaten. Ich zum Beiſpiel kann mich nicht rühmen, eine poetiſche Anerkennung unſerer Anſprüche auf Sachſen erhalten zu haben.

Es iſt auch das nicht, rief der König achſelzuckend, es iſt blos ein wilder Kriegsruf, eine dieſer hochtrabenden Versklingeleien, mit denen man in den letzten Jahren meine Ohren bis zum Uebermaaß betäubt hat! Leſen Sie einmal dieſe kühne Herausforderung, welche irgend ein zahmer Dichter an ſeinem Schreibtiſch zuſammengereimt hat, und die ganz dazu geeignet iſt, alle Welt glauben zu machen, daß Preußen nichts ſehnlicher begehrt, als den Krieg auf's Neue zu be⸗ ginnen. Da, nehmen Sie jenes Papier dort und leſen Sie laut.

Der Staatskanzler nahm das vom König ihm bezeichnete Papier und las:

Die Fahne Brandenburgs, mein Lied, Die ſchwinge noch einmal,

Und noch einmal, erzürnt Gemüth, Ergreif' den tapfern Stahl.

Denn dort ein feiger Mameluk

Und hier ein Jeſuit,

Das grinſt uns an, weil uns ein Schmuck Von Ehren reich umglüht.

Das hängt an unſer Hochgeſims

Pechkranzes brennend Reis,

Und hetzt' die Hund' auf uns voll Grimms, Und mehr noch voll Geſchrei's.

Die Hunde Frankreichs, noch nicht heil Von Wunden unſ'rer Jagd,

Auf Kugelnblitz, auf Lanzenpfeil,

Die Hunde wollen Schlacht.

Sie haben ſie! Geſchoß Apoll's, Verkünd' es durch die Gau'n! Was ſie geſchürzt, das Eiſen ſoll's Auf ihrem Kopf zerhau'n.*)

*) Dies Gedicht, das man dem Herrn von Stägemann zuſchrieb, eircu⸗ lirte in hunderten von Abſchriften auf dem Wiener Congreß, und machte wegen