Teil eines Werkes 
4. und letzte Abtheilung, Die Wiener Conferenzen : 3. Band (1859)
Entstehung
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Durchlaucht, rief Fouché lächelnd, dem Fürſten ſeine Hand dar⸗ reichend, Durchlaucht, wir ſind alſo einig. In vier Wochen wird Na⸗ poleon von Elba entführt, und der König von Rom zum Kaiſer von Frankreich erklärt ſein, mit ſeinem Regentſchaftsrath neben ſich.

Aber Oeſterreich darf ſich nicht als Partei in dieſer Sache hin⸗ ſtellen, ſagte Metternich, es darf Ihnen nicht freiwillig und zuvor⸗ kommend den König von Rom entgegenführen.

Nein, wir werden ihn entführen, und Oeſterreich wird nur die Güte haben, ſeine Flucht und Entführung erſt dann zu bemerken, wenn wir die franzöſiſche Grenze überſchritten haben! Wir entführen Vater und Sohn! Den Erſteren, um ihn verſchwinden zu laſſen, den Letzteren, um ihn auf den Thron zu ſetzen.

Aber nur unter der Bedingung, daß Fouché der Präſident ſeines Regentſchaftsrathes ſei.

Sie garantiren mir Oeſterreichs Zuſtimmung?

Ich garantire ſie!

Durchlaucht, die Sache iſt alſo abgemacht, und meine Viertelſtunde iſt um! Leben Sie wohl! Bald werden die Sterbeglocken des Königs, und die Krönungsglocken des Kaiſers von Frankreich läuten! Leben Sie wohl! Sie müſſen mir ſchon zuvor noch erlauben, in Ihrer Gegenwart meine Toilette zu machen!

Ah, Herr Herzog, laſſen Sie mich dabei Ihr Kammerdiener ſein!

Einige Minuten ſpäter verließ Fouché, wieder vollkommen un⸗ kenntlich und verwandelt, das Cabinet des Fürſten Metternich. Dieſer ſchaute mit einem eigenthümlichen Lächeln dem Enteilenden nach, und horchte auf ſeine verhallenden Schritte.

Und dieſer Menſch glaubt, daß wir auf ſeine Straßenräuberpolitik eingehen werden, flüſterte er achſelzuckend. Er hält es für möglich, daß Oeſterreich mit ihm ein Complott mache, und die Aventure des franzöſiſchen Kaiſerthums durch den eigenen Enkel des öſterreichiſchen Kaiſers noch werde fortſpielen laſſen. Ah, man muß eben Jacobiner und Conventsmitglied geweſen ſein, um ſolche Monſtruoſitäten für möglich zu halten! Aber um ſeine Pläne durchſchauen zu können, mußte ich ſchon auf dieſelben eingehen. Jetzt liegt es an mir, ſie entweder