Teil eines Werkes 
4. und letzte Abtheilung, Die Wiener Conferenzen : 3. Band (1859)
Entstehung
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reich ſich ſelber leitet und nicht von Andern verleitet wird. Was Ihren König Ludwig den Achtzehnten und die franzöſiſchen Bourbonen anbe⸗ trifft, ſo kann Oeſterreich Dem nur beiſtimmen, was vor einigen Tagen der Kaiſer von Rußland ſagte.

Und was ſagte der, Durchlaucht?

Er ſagte:„Wir haben die Bourbonen wieder auf den Thron ge⸗ ſetzt, mögen ſie ſich darauf halten. Fallen ſie abermals, ſo vin ich es ganz gewiß nicht, der ihnen wieder emporhilft.“*) Ich habe Ihnen jetzt ehrlich und offen Ihre Frage beantwortet. Jetzt, Herr Herzog, beantworten auch Sie mir mit derſelben Ehrlichkeit und Offenheit eine Frage!

Fragen Sie, Durchlaucht.

Nun denn, Herr Herzog, ſagen Sie mir: glauben Sie, daß Frank⸗ reich in der That nur deshalb conſpirirt und revolutionirt, um ſich das Königthum abzuſtreifen zu Gunſten einer Republik?

Nein, Durchlaucht, das glaube ich ganz und gar nicht, ſagte Fouché mit einem feinen Lächeln.

Dieſes Lächeln fand einen Wiederſchein auf dem Angeſicht Metter⸗ nichs. Glauben Sie alſo, fragte er leiſe, glauben Sie, daß Frankreich die Bourbonen verjagen will zu Gunſten der Bongpartiſten? Glauben Sie, daß es ſeine Regentin Marie Louiſe und den König von Rom in Frankreich willkommen heißen würde?

Ah, rief Fouché lebhaft, Sie ſprechen da das Wort aus, um deſſenwillen ich gekommen bin! Ja, Durchlaucht, ja, niemals iſt der Augenblick für die Wiederherſtellung der Regentſchaft in Frankreich ſo günſtig geweſen, wie eben jetzt. Die königliche Regierung hat alle Geiſter verſtimmt, ſie iſt es am meiſten geweſen, die Propaganda für den Bonapartismus gemacht hat. Ich ſage Ihnen, Durchlaucht, wenn jetzt in dieſer Zeit der Sohn des Kaiſers, von einem Bauer geführt, auf einem Eſel reitend, in Straßburg erſchiene, ſo würde vas erſte beſte Regiment, dem er vorgeſtellt würde, ihn ohne alle Hinderniſſe

*) Mn6val, Mémoires. II. 116

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