Teil eines Werkes 
4. und letzte Abtheilung, Die Wiener Conferenzen : 3. Band (1859)
Entstehung
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tiſten erzeigt. Frankreich iſt nur noch eine einzige große Verſchwörung. Ueberall gährt es, überall nimmt das Volk eine drohende Miene an, empört es ſich offen und geheim gegen die Regierung, welche nur noch ein reifes Geſchwür iſt, das Frankreich bei der erſten Gelegen⸗ heit abſtoßen wird.

Was für ein Pflaſter aber wird es dann auf ſeine offene Wunde legen? fragte Metternich achſelzuckend.

Das iſt es eben, weshalb ich Sie um Rath fragen möchte, ſagte Fouché raſch. Ich glaube, Durchlaucht, Sie haben das Fflaſter, welches Frankreich alsdann bedürfen wird. Ach, dieſes arme Frank⸗ reich! Man hätte es retten, man hätte es den Bourbonen erhalten können, aber man hat es nicht gewollt! Dieſe Leute ſind blind mit ſehenden Augen! Sie rennen in ihr Verderben trotz aller Warnungen! Es iſt, als ob eine allgemeine Verblendung die Regierung und alle ihre Anhänger und Beamten befallen habe. Man conſpirirt öffentlich, an jeder Straßenecke, in jedem Hauſe! Selbſt die Frauen ſind von dem allgemeigen Schwindel ergriffen; die Herzogin von Baſſano wirbt ohne Scheu ihre Freundinnen dazu an, ihre Männer zu bekehren, daß ſie ſich den Conſpirationen anſchließen. Sie hat ſich jüngſt erſt der Marſchallin Augereau faſt zu Füßen geworfen und ſie mit Thränen beſchworen, den Marſchall zum Anſchluß an die große Napoleoniſche Verſchwörung zu bewegen. Die Marſchallin Augereau iſt loyal genug geweſen, dem Polizeiminiſter André dieſes Anſinnen der Herzogin von Vaſſano mitzutheilen. Der Polizeiminiſter hat ihr gelaſſen zugehört und hat gelacht über die Klatſcherei ſchöner Frauen.*) Er hat auch gelacht, als der Präfect des Var⸗Departements ihm kürzlich berichtete, daß viele verdächtige Leute, anſcheinend von Elba kommend, an der Küſte der Provence landeten, ſich im Lande umhertrieben und für Na⸗ poleon würben. Herr André hat ihn eben ſo wenig einer Antwort gewürdigt, als mir Herr Talleyrand geantwortet hat auf ein Schrei⸗ ben, das ich vor vier Wochen an ihn richtete, und in welchem ich ihn warnte und ihm mittheilte, wie ich aus genauen Quellen wüßte, daß

*) Pertz, Leben Steins. IV. S. 369.

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