Teil eines Werkes 
4. und letzte Abtheilung, Die Wiener Conferenzen : 3. Band (1859)
Entstehung
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ihre Wechſelfälle und Wandelungen wittern zu können, und daher ihren Eventualitäten zuvor zu kommen. Als ich noch Biſchof von Autun war, witterte ich die Revolution und ward Republikaner. Als Re⸗ publikaner witterte ich das Kaiſerreich, und ward daher thätig, aus dem erſten Conſul einen Kaiſer zu machen. Als wir das Kaiſerreich hatten, da roch ich ſchon den Geruch der Fäulniß aller unſerer Zuſtände, und arbeitete und wirkte als Miniſter des Kaiſerreichs für den Thron des Königs, der dem Kaiſer folgen mußte. Und jetzt, da ich Miniſter des Königreichs Frankreich bin, für wen arbeite ich jetzt, und was wittert meine Naſe? Nun, jedenfalls habe ich ein wenig für mich gearbeitet, und was auch die nächſte Aventure Frankreichs ſein mag, ich habe für mich ein Herzogthum und einige Millionen gewonnen. Dafür erhalte ich dem König von Sachſen zum Mindeſten ſeine Krone, ſeine Reſidenz⸗ ſtadt Dresden, und einige Städte und Städtchen dazu! Dafür ſetze ich den König von Sicilien wieder auf den Thron von Neapel, und verjage Joachim Murat, meinen lieben Freund früherer Tage. Und das, ſeufzte Talleyrand, indem er die Millionen zuſammen packte, und ſie in ſeinem Schreibtiſch verſchloß, das nennt man Geſchichte machen, und für das Wohl der Völker thätig ſein!

iMl. FJoucht.

Fürſt Metternich kehrte eben aus der Conferenz zurück in ſein Cabinet. Sein Antlitz, welches ſonſt immer ſo ruhig und lächelnd er⸗ ſchien, war heute von Wolken beſchattet, und ſeine Augen, welche ſonſt in ſo heiterem Glanz ſtrahlten, ſchauten finſter drein. Es war heute eine ſehr ſtürmiſche Congreßſitzung geweſen, und der politiſche Horizont fing immer mehr an, ſich zu verdunkeln. Eine unerwartete Briſe hatte heute dieſe Wolken noch dichter zuſammen gezogen. Dieſe Briſe