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verzichten. Er wird mit der Appanage der böhmiſchen Güter entſchä⸗ digt werden. Si haben mir jetzt geſagt, was ich thun muß, um meine Feinde S Aber ſagen Sie mir jetzt auch, auf welche Weiſe ich“mir mächtige Freunde erwerben kann?
Majeſtät, der Kaiſer von Rußland wünſcht nichts ſehnlicher, als Ew. Majeſtät gefällig ſein, Ihnen ſeine Dienſte weihen zu können. Geben Ew. Majeſtät ihm ein Recht dazu. Wenden Sie ſich an den Kaiſer Alerander, erſuchen Sie ihn ſchriftlich, ſich der Sache Ew. Ma— jeſtät anzunehmen, und Ihnen ſeinen Beiſtand zu gewähren.
Bitiſtellern! rief Marie Louiſe mit bitterm Ton.
Ja, bittſtellern, Majeſtät, um freie, um unabhängige Gebieterin des Herzogthums Parma zu werden!
Nun wohl, ich will es thun, ſagte Marie Louiſe. Ich will mein Haupt beugen und bittſtellern, und betteln, um endlich frei und ſelbſt⸗ ſtändig zu werden! Gott gebe, daß es mich endlich zum Ziele führt, daß man der Kaiſerin von Frankreich das beſcheidene Glück gönne, ſich in eine kleine Herzogin von Parma verwandeln zu können. Wenn es ſo iſt, dann, Graf, dann fordere ich wieder von Ihnen einen Reiſepaß, aber auf der Reiſe, die ich dann vorhabe, auf der Reiſe nach Parma, werden Sie mich begleiten.
Oh, Dank, Majeſtät, Dank, rief der Graf, indem er vor Marie Louiſen auf die Knie ſinkend, die dargereichte Hand der Kaiſerin an ſeine Lippen drückte.
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