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ausführlicher darüber! Jetzt ſage mir nur, warum Du den Ball ſo früh verlaſſen haſt?
Warum, fragte ſie, ſich langſam wieder emporrichtend, warum ich den Ball verlaſſen habe? Weil—
Sie verſtummte, und die Arme über der Bruſt ineinander faltend, ging ſie mit großen mächtigen Schritten einige Male im Zimmer auf und ab. Hardenberg folgte ihr mit ſeinen milden, freundlichen Augen; er ſah, wie ihr Antlitz immer farbloſer ward, wie ihre Lippen bebten, wie ihre Augen immer zorniger blitzten, die Falten auf ihrer Stirn immer düſterer wurden.
Auf einmal wandte ſich Friederike ihm wieder zu, und vor ihm ſtehen bleibend, ſagte ſie: ich will es Ihnen ſagen, warum ich den Ball verließ! Weil ich eine Thörin war, weil ich ſo albern und ſo dumm war, eine ganz lächerliche und alltägliche Sache als etwas ſehr Ernſthaftes, Ungewöhnliches zu betrachten, und darüber zu weinen, wie ein albernes Kind. Mein Gott, iſt's nicht etwas Alltägliches und Ge⸗ wöhnliches, daß die mächtigen und erhabenen Männer, welche ſich die Herren der Schöpfung nennen, daß die eins dieſer armen, elenden Geſchöpfe zertreten, die da zu ihren Füßen kriechen, und ſich Weiber nennen? Ich bin geſtern Abend ein bischen zertreten worden, und es that mir ſo weh, daß ich das Bedürfniß hatte, mich auszujammern und zu weinen. Darum eilte ich nach Hauſe, und darum habe ich dieſe Nacht benutzt, und meinen Schmerz ausgetobt. Jetzt iſt's vor⸗ über, ich habe alle Thränen, die das Schickſal mir für das ganze Leben mitgegeben hatte, gleich auf Einmal ausgeweint, und ich glaubte, es werden mir für mein ganzes Leben keine mehr übrig geblieben ſein. Dann, als der Morgen kam, und ich bemerkte, daß der harte Fuß, der mich zertreten, mich doch nicht getödtet hatte, da renkte ich mir die verrenkten Glieder wieder ein, beſchloß bonne mine au mauvais jeu zu machen, und— und wieder Ihr luſtiger und übermüthiger Teufel zu werden, da mir ein für alle Mal die Luſt vergangen war, ein ſchwärmeriſcher, gutherziger Engel zu ſein.
Und das iſt weiſe, mein Kind, denn die Welt iſt einmal nicht ſo eingerichtet, daß die Engel auf ihr leben und glücklich ſein könnten.
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