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Fürſt Radziwill ſchrieb ſchnell einige Worte auf die Schreibtafel und reichte ſie Beethoven hin.
Sie meinen, Fürſt, die Kunſt des Lebens habe er nicht verſtanden, ſagte Beethoven. Das iſt freilich auch die ſchwerſte von allen Künſten, der Stärkſte unterliegt oft unter dieſer Laſt, und läuft dem Meiſter da droben aus der Schule weg. Aber der Prinz Louis Ferdinand iſt ihr nicht entlaufen, ſondern das Schickſal hat die Hand nach ihm aus⸗ geſtreckt. Vielleicht brauchten ſie da droben einen guten Kapellmeiſter zu ihren Engelsconcerten. Aber wenn ſie den Prinzen Louis Ferdi⸗ nand dazu angeſtellt haben, ſo fürchte ich, der geniale Kapellmeiſter wird die ſchönen Engelein in Verwirrung und aus dem Tact bringen.
Sie meinen alſo, ſchrieb der Fürſt, daß die Muſik des Himmels und der Engel auch an beſtimmte Rhythmen und Takteintheilungen gebunden iſt?
Ich weiß das ganz gewiß, ſagte Beethoven raſch, denn ich habe oft in den Stunden der Begeiſterung dieſe Muſik vernommen, und was ich dann geſchrieben, iſt nur eine Wiederholung deſſen, was ich gehört.
Aber Sie, großer Meiſter, ſchrieb der Fürſt, Sie haben nichts von den Engeln gelernt, ſondern Sie haben Alles von ſich ſelber, und ſind ſelber eine Offenbarung der Kunſt.
Wer kann ſagen, daß er von ſich ſelber Alles iſt und hat? ſagte Beethoven mit einem milden Lächeln; man empfindet, denkt, kämpft, leidet und überwindet, und das Reſultat aller Schmerzen und aller Kämpfe, das iſt bei mir Muſik, wie es bei den Muſcheln die Perle iſt. Die Menſchen haben ſchon dafür geſorgt, daß ich recht viele Perlen erzeugen mußte.
Und ſie werden Ihnen dafür dankbar ſein durch kommende Jahr⸗ hunderte hindurch, ſchrieb Fürſt Radziwill.
Ich wollte, ſagte Beethoven mit einem matten Lächeln, ich wollte, daß ſie mir lieber erlaubt hätten, während meines Lebens ein bischen glücklich zu ſein.
Und wie er ſo ſprach, fuhren ſeine Augen mit einem raſchen


