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ſeines Handwerks ein Spieler, und ſehr gern bereit, für einige tauſend Thaler ſein Herz und ſeine Hand hinzugeben.
Ein verführeriſcher Gemahl, rief Friederike, aber er kommt zu ſpät, ich ſelber habe ſchon gewählt, und ich bitte meinen erhabenen Herrn und Meiſter mich gewähren zu laſſen. Mein Herz liegt zu Ihren Füßen, und träumt ſeinen erſten Frühlingstraum, laſſen Sie mich doch träumen, und wecken Sie mich nicht, um mir einen Trau⸗ ring anzuheften. Warten Sie nur, die Jahre werden ſchon kommen, mich zu wecken, und wenn ich dann erwachend in den Spiegel ſchaue, und die erſte Runzel und das erſte weiße Haar entdecke, dann werde ich ſagen: vive le mari! Bis dahin, oh, bis dahin will ich frei ſein, um zu lieben und zu haſſen, frei, um Sie zu lieben, mein Herr und Meiſter.
Hardenberg ſchüttelte leiſe ſein Haupt, und legte ſeine Hand auf Friederikens Stirn. Sie ſind aus der Rolle gefallen, Kind, ſagte er freundlich, Sie ſchwören jetzt, daß Sie nur um meinetwillen den Ge⸗ mahl, den äch Ihnen biete, verſchmähen, und doch geſtand Ihr Herz vorher, Sie hätten ſchon ſelbſt gewählt. Kind, halten Sie mich nicht für einen eiferſüchtigen Tyrannen, der Ihrem Glück im Wege ſtehen möchte. Was Sie mir ſind, das bleiben Sie mir, wenn auch ein Gemahl Ihnen zur Seite ſteht. Ich liebe an Ihnen Ihren Geiſt, Ihren Muthwillen, Ihre Bosheit. Mein Gott, ich liebe meine Dia⸗ volezza, und ich frage nichts darnach, ob die Diavolezza Anderen gegenüber ſich vielleicht in ein liebeſchmachtendes, empfindungsvolles Weib verwandelt. Es iſt eine Maske, mit der ſie ſich und Andere beluſtigt, die mich aber niemals täuſchen wird und ſoll. Ich habe meiner Diavolezza bis auf den Grund geſchaut, und ich weiß, daß ſie kein Herz hat.
Und wenn Sie ſich nun doch geirrt hätten? fragte Friederike mit zitternder Stimme. Wenn die Diavolezza nun doch ein Herz hätte, und dies wüchſe jetzt auf einmal ſchnell empor, und öffnete, gleich der Königin der Nacht, auf einmal ſeine Wunderblüthe, und erfüllte mein ganzes Sein und Denken mit köſtlichem Entzücken? Was würde mein Herr und Meiſter dann ſagen?


