Teil eines Werkes 
4. und letzte Abtheilung, Die Wiener Conferenzen : 1. Band (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Kaiſer Napoleon nach Elba zu begleiten, als Gef

155

chlagend, und den Eng⸗

mit faſt drohendem Ton, die Arme in einander ſ länder trotzig anblickend.

Aber Sire, ſagte die Gräfin faſt verlegen, dieſer Herr will Sie beſuchen. Ihre Frau Mutter hat es ihm erlaubt, Sie müſſen den Herrn Commodore alſo willkommen heißen.

Nein, rief der Knabe, heftig mit dem Fuß ſtampfend, nein, ich heiße ihn nicht willkommen, denn er hat meinen Papa in's Gefängniß geführt!

Sie werden ihn doch willkommen heißen, Sire, ſagte der Fürſt Ligne lächelnd. Sie werden ihn willkommen heißen, wenn ich Ihnen eine kleine reizende Geſchichte von dem Herrn Commodore erzählt habe. Sie erlauben es mir doch, Herr Commodore.

Ach, mein Fürſt, rief Sir Neil, Jeder wird unſterblich, dem Fürſt Ligne die Ehre erzeigt von ihm zu ſprechen.

Der Fürſt dankte mit einem Lächeln, und wandte ſich wieder dem

Prinzen zu. Es iſt wahr, Sire, ſagte er, Sir Neil Campbell war Einer von leau geſchickt waren, um den

den vier Herren, welche nach Fontaineb angenwärter, wie Sie

vorhin ſagten. Aber Sir Neil Campbell war, wie Sie gleich ſehen werden, ein ſehr milder Gefangenwärter. Er war zugegen, als der Kaiſer auf dem Hof des Schloſſes Fontainebleau von ſeiner Garde Abſchied nahm. Er hörte jene erhabene, rührend ſchöne Rede, mit welcher Napoleon, Ihr Vater, Sire, ſeinen Kriegern das letzte Lebe⸗ wohl ſagte, und als der Kaiſer die Adler küßte, und als nun der all⸗ gemeine Jubel losbrach, als alle die Krieger ihre Schwerter hoben, ihre Fahnen ſchwenkten, und alle ihre Stimmen ſich vereinigten zu dem Einen weithallenden, begeiſterten Ruf: vive'Empereur! da vergaß Sir Campbell, daß Er einer von den vier Commiſſairen war, welche den Kaiſer eben fortführen ſollten, und hingeriſſen von Begeiſterung und Rührung ſchwenkte auch Er ſeinen Hut hoch in die Luft, und während ihm die Thränen über die Wangen rollten, rief er wie die Andern: vive hmpereur!*)

*) Comte de la Garde. I. 102.