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daß es niemals ſchwer fällt, von ihm Neues zu erzählen. Kommen Sie alſo in das Malzimmer und erlauben Sie, daß ich Ihnen als Ober⸗ Ceremonienmeiſter vorauf gehe und Ihnen die Pforten öffne.
Er verneigte ſich tief vor dem kleinen Napoleon und der Gräfin, und durchſchritt dann mit gravitätiſchen Schritten das Gemach, um die großen Flügelthüren da drüben zu öffnen.
Der Prinz reichte ſeiner„Quiou“ die Hand und folgte lächelnd dem Maler in das anſtoßende Gemach. Hier, in dem Malzimmer, ſtand auf einer großen Staffelei das angefangene Portrait des kleinen Napoleon, daneben der geöffnete Malkaſten und die Palette, auf welche der kunſtgeübte Diener Iſabey's ſchon die Farben in ihrer Reihenfolge aufgeſetzt hatte.
Fangen wir ſogleich an, rief der Knabe, indem er ſich auf den mit Goldbrocat überzogenen Lehnſtuhl ſetzte, welcher der Palette gegen⸗ über ſtand.
Die Gräfin ordnete ſeine reichen, bis auf die Schultern nieder⸗ ringelnden Locken, und gab ihm die Stellung, in welcher er gemalt ward. Iſabey nahm ſeine Palette in die linke Hand, und den Pinſel in die Farben eintauchend, wollte er eben zu malen beginnen.
Halte la, rief Napoleon lebhaft, Sie dürfen erſt anfangen zu malen, wenn Sie auch anfangen zu erzählen!
Nun, ich fange an zu erzählen, ſagte Iſabey lächelnd. Hören Sie alſo, Sire!
Und indem Iſabey jetzt eifrig malte, bald die Augen feſt auf ſeine Arbeit gerichtet, bald hinüberſchauend auf das Kind, das mit lächelndem Angeſicht, mit freudeſtrahlenden Augen ihm zuhörte, begann er zu erzählen:
Sire, ich will Ihnen heute einige kleine Züge aus der Kindheit Ihres Vaters, des Kaiſers Napoleon erzählen. Denn Sie müſſen wiſſen, der Kaiſer, ein ſo großer und erhabener Mann er jetzt iſt, war doch auch einmal ein kleiner Knabe, und was noch mehr ſagen will, er war zuweilen ein unartiger Knabe. Das heißt, wenn man das unartig nennen will, daß er durchaus immer beſchäftigt, immer thätig ſein
wollte, und ſogar des Nachts keine Ruhe fand, um zu ſchlafen.


