Teil eines Werkes 
4. und letzte Abtheilung, Die Wiener Conferenzen : 1. Band (1859)
Entstehung
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Abenteuerern, Glücksrittern und Romanheldinnen ſich eingefunden hat, um hier auch meinerſeits meine Netze aufzuſtellen, meine kleinen Aven⸗ turen zu haben und meine Romane aufzuführen. Wiſſen Sie, was ich in meinem Netz einfangen will? Zuerſt und vor allen Dingen Geld und Brillanten. Sind Sie beauftragt, mir dergleichen anzubieten?

Wenn man gewußt hätte, daß man wagen dürfte, Ihnen der⸗ gleichen anzubieten, ſo würde man mich ganz gewiß damit beauftragt⸗ haben, ſagte Herr von Sahla leiſe. Der König iſt zwar arm, aber er beſitzt noch ſeine Brillanten, und er wird glücklich ſein, wenn er Ihnen einige davon als Angedenken geben darf.

Gut! Aber Sie wiſſen noch nicht Alles, was ich in meinem Netz einfangen will. Ich ſagte Ihnen ſchon vorher, daß es in Ihrer Hand liegt, mir neben meinem Boudvir noch einen Salon zu öffnen. Haben Sie verſtanden, was ich damit ſagen wollte?

Nein, ich geſtehe, daß ich das nicht verſtanden habe

Nun denn, ich will alſo deutlicher ſprechen. Was Pineit mich, Salon zu eröffnen, gleich den Damen der haute volée, gleich

en reichen Banquiersfrauen Geymüller, Fries und Arnſtein, in deren Stin zu erſcheinen ſogar Kaiſer. Könige nicht verſchmähen? Mich hindert der Mangel an Reichthümern, der Mangel an Geburt. Reichthümer laſſen ſich erwerben, aber wenn ich ſie ſelbſt hätte, glau⸗ ben Sie, daß Mademoiſelle Friederike Hähnel im Stande wäre, einen Salon zu eröffnen, daß die Könige und Kaiſer ihr die Ehre erzeigen würden, zu ihr zu kommen, und daß die Damen der haute volée meine Einladungen annehmen würden? Nein, Sie glauben das nicht, Sie wiſſen ſo gut, wie ich es weiß, daß ſich Alles verbergen läßt unter anſtändigen Namen und Titeln, daß aber die Tugend ſelbſt nicht nack gehen darf, wenn ſie nicht für ſündhaft gehalten werden will. Sehen Sie, im Grunde meines Herzens finde ich mich ziemlich tugendhaft und unſchuldig, wenn ich mich zum Beiſpiel mit der Fürſtin Bagra⸗ tion oder Herzogin von Sagan vergleiche. Ich habe bisher Niemanden

geſchadet, keine Herzen gebrochen, keine Männer verrathen, keine Liai⸗

ſons bald hier, bald dort gehabt. Die Welt kann mir weiter nichts vorwerfen, als daß ich einen edlen, erhabenen, großſinnigen und groß⸗ Mühlbach, Napoleon Iv. Bd 3

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