Teil eines Werkes 
4. und letzte Abtheilung, Die Wiener Conferenzen : 1. Band (1859)
Entstehung
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Und ich werde aus dieſen Salons und dieſen Boudoirs ausge⸗ ſchloſſen ſein, ſeufzte Herr von Sahla leiſe.

Nein, ſagte Friederike ebenſo leiſe, Sie werden mein Boudvir ge⸗ öffnet finden, und es kommt nur auf Sie an, ob Sie mir helfen wollen, auch einen Salon zu eröffnen. Wenn wir allein ſind, werden wir weiter davon reden. Laſſen Sie uns jetzt noch ein Bischen nach den Damen hinüber ſchauen. Aber was iſt das? Die Kaiſerinnen erheben ſich, und alle Damen folgen ihrem Beiſpiel?

Auch die Kaiſer und Könige haben ſich von ihren Sitzen erhoben, das Gaſtmahl iſt beendet, ſagte Herr von Sahla. Die Soldaten er⸗ heben ſich. Nun wird man mit ungeheurer Geſchwindigkeit die Tafeln forträumen, und dann werden die Spiele und Volksbeluſtigungen be⸗ ginnen, denen nach dem Programm der Kaiſer Franz mit ſeinen erha⸗ benen Gäſten vom Balcon des Luſthauſes im Prater zuſchauen wird.

Aber da wir leider nicht zu den erhabenen Gäſten des Kaiſers Franz gehören, ſagte Friederike lachend, ſo werden wir nicht in das Luſthaus gelangen können und müſſen uns entweder in das frohe Volks⸗ getümmel ſtürzen, oder unſere Beobachtungen von hier aus fortſetzen.

Thun wir das, oh thun wir das, rief Herr von Sahla lebhaft. Was kümmert mich das Volk mit ſeiner furchtbaren Luſtigkeit, was kümmert mich dieſe zur Schau getragene Cordialität und Herrlichkeit zwiſchen den Fürſten, was kümmert mich dieſes ganze Feſt der Ver⸗ gangenheit, mich, für den nur die Gegenwart und die Zukunft Inter⸗ eſſe hat. Sehen Sie alle dieſe lächelnden Geſichter, dieſe Herzlichkeit und Freundlichkeit, hören Sie dieſes laute Freudengeſchrei, das die Fürſten auf jedem Schritt begleitet! Das iſt Alles doch nur Schein, nur aufgeputzte Lüge, hinter der das Volk ſeine Befürchtungen und Be⸗ drängniſſe verbirgt, mit der es ſeine Wünſche und Hoffnungen ſchmückt, nur Schein, hinter welchem die Fürſten ihre Pläne und Abſichten ver⸗ bergen, und mit dem ſie ſich loskaufen wollen von den Verſprechungen, welche ſie ihren Völkern gegeben in der Stunde der Gefahr. Ich aber will nicht den Schein, ich will Wahrheit, und dieſe finde ich nur auf Ihren Lippen.

Aber Sie werden ſehen, daß meine Wahrheit ein etwas pikantes