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Kriegsgefangene ergeben ſollen. Das haben die Marſchälle als ſchimpf⸗ lich und entehrend abgelehnt, und man hat ihnen nachgegeben. Darauf aber haben die Verbündeten den Antrag geſtellt, daß die Corps von Marmont und Mortier ſich die Richtung ihres Abzugs müßten vor⸗ ſchreiben laſſen, damit ſie ſich nicht mit dem herbeieilenden Kaiſer ver⸗ einigen könnten. Aber auch dies wollen die Marſchälle nicht zugeben.
Wollen ſie's nicht? rief Blücher mit zorniger Stimme; na, das iſt mir lieb, daß ſie's nicht wollen, denn nun merk' ich ſchon, daß es doch zu'ner Beſchießung, zu'nem anſtändigen Bombardement kommt. Dazu wollen wir nun auch gleich alle Anordnungen treffen, damit, wenn's endlich losgehen ſoll, wir Alles bereit haben. Gebt mir's Pferd her! 's Pferd, ſag' ich!
Mit der Lebhaftigkeit eines Jünglings öffnete Blücher ſeinen Wagen und ſchwang ſich auf das Pferd, das ſein Reitknecht eben bis dicht an die Kutſche heranführte.
Einen Augenblick ſchwankte er im Sattel, einen Augenblick empfand er es wie glühende Dolchſtiche in ſeinen Augen, aber er überwand die Schwäche und den Schmerz.
Wo ſind die Herren meines Generalſtabs, Noſtiz? fragte Blüchereifrig.
Sie ſind unweit von hier in La Villette, Excellenz.
Nach La Villette alſo und von da den Montmartre hinauf. Noſtiz, Sie häben in meinem Namen und auf meinen Befehl dafür zu ſorgen, daß ohne Säumen ſo'n Stück achtzig bis neunzig Kanonen auf dem Montmartre aufgepflanzt werden, damit, wenn's morgen früh losgehen ſoll mit dem Bombardement, Alles dazu in Bereitſchaft iſt.*) Hören Sie, Noſtiz, machen Sie raſch! Es müſſen wenigſtens achtzig Kanonen ſein!—
Wollen die Herren Franzoſen ſchon mit unſern Kanonen aus dem Schlaf aufſchrecken, brummte Blücher, indem er, begleitet von ſeinen Ordonnanzofficieren, den Weg nach La Villette dahin ritt; ſollen ſchon ſehen, daß jetzt ein anderes Regiment beginnt und daß ſie nicht mehr
*) Varnhagen v. Enſe: Biographie des Fürſten Blücher von Wahl⸗ ſtatt. S. 380.


