Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 4. Band (1859)
Entstehung
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kommen und den Feind verjagen. Aber ſage doch, Mama, wie heißt denn der Feind, der hierher gekommen iſt nach Paris und uns unſer ſchönes Schloß ſtehlen will? Wie heißt denn der Feind?

Still, Napoleon, ſagte die Kaiſerin unwillig, was hülfe es, Dir Dinge zu ſagen, die Du nicht verſtehſt.

Oh, liebe Mama, rief das Kind mit einem triumphirenden Aus⸗ druck, ich verſtehe dieſe Dinge ſehr gut, denn mein Papa hat oft mit mir Krieg geſpielt, und ſehr oft hat er mit mir am Boden gelegen und wir haben Feſtungen gebaut. Und ehe er neulich abreiſte, hat mir der Papa Kaiſer auch geſagt, daß er in den Krieg zöge, und er hat mir auch geſagt, wer unſere Feinde wären. Ich weiß es noch ſehr gut. Höre nur, Mama: unſere Feinde ſind der Kaiſer von Rußland, der einſt meinem Papa die Hand geküßt und Gott gedankt hat, daß der Papa Kaiſer ſein Freund ſein wollte; der König von Preußen, dem mein Papa ſein ganzes Land nehmen konnte und es ihm in Gnaden ließ; der Kronprinz von Schweden, der von meinem Papa den Krieg gelernt hat und ein treuloſer Diener des Kaiſers iſt, und zuletzt der Kaiſer von Oeſterreich. Aber ſage, Mama, iſt der Kaiſer von Oeſter⸗ reich nicht Dein Vater? Und haſt Du mir nicht geſagt, daß ich alle Abend für meinen Großvater, den Kaiſer von Oeſterreich, beten ſoll?

Ja, Napoleon, ich habe Dir das geſagt, flüſterte die Kaiſerin, deren Lippen zitterten und deren Augen ſich mit Thränen füllten.

Der Knabe blickte einen Moment ſinnend zur Erde nieder, dann hob er langſam ſeine großen, blauen Augen zu ſeiner Mutter empor. Mama, ſagte er, ich werde von jetzt an niemals mehr für den Kaiſer von Oeſterreich beten, denn er iſt jetzt der Feind von meinem Papa, alſo iſt er auch mein Großvater nicht mehr. Nein, nein, ich bete nicht mehr für den Herrn Kaiſer von Oeſterreich, ich bete nur noch ſo, wie es mein Papa gern hat und wie er mich hat malen laſſen.

Und das Kind ließ ſich auf ſeine Kniee niedergleiten, und ſeine Hände emporhebend, rief es mit lauter, inbrünſtiger Stimme:„Lieber Gott, ich bitte zu Dir für Frankreich und für meinen Vater!“

Ein leiſes Gemurmel, ein leiſes Schluchzen der Rührung ging durch den Saal. Die Kaiſerin hatte ihr Taſchentuch vor ihr Antlitz