Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 4. Band (1859)
Entstehung
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zu erhalten? Wäre es nicht nothwendig und unerläßlich, der ganzen Welt zu beweiſen, daß wir nur das Schwert erhoben für die Unver⸗ letzlichkeit unſeres Gebietes? Ganz Frankreich wird alsdann mit Freuden zu den Waffen greifen zur Vertheidigung des Vaterlandes und ſeiner beſchützenden Geſetze. Aber die Namen Friede und Vaterland werden immer nur ein leerer Klang ſein, wenn nicht die conſtitutionellen Grenzen beſtimmt werden, von denen die Wohlthaten Beider abhängen. Unſere Commiſſion erachtet es demnach als eine heilige Pflicht, den Kaiſer zu beſchwören, daß er die volle und ganze Ausübung der Ge⸗ ſetze zuläßt und den Franzoſen ihre politiſchen Rechte unverkürzt erhält.*)

Nun, rief der Kaiſer ungeſtüm, was ſagen Sie dazu? Klingt das nicht wie der erſte Klang der Sturmglocke, mit der man das Volk zum Aufruhr und zur Empörung aufrufen will?

Sire, es iſt die Sprache eines Verräthers! rief Savary. Dieſe ganze Commiſion verdiente, daß Ew. Majeſtät ſie als Hochverräther erſchießen ließe.**)

Der Kaiſer antwortete nicht, ſondern ſenkte ſein Haupt auf ſeine Bruſt und ging, die Hände auf dem Rücken gefaltet, einige Male lang⸗ ſam auf und ab.

Savary, ſagte er dann, vor dem Herzog ſtehen bleibend, es iſt genug, daß wir den Krieg mit unſern äußern Feinden haben, wir wollen ihn nicht auch noch mit unſern innern Feinden auskämpfen müſſen. Es iſt jetzt nicht die Zeit und die Stunde dazu. Wenn wir unſere äußern Feinde beſiegen, ſo werden die innern ſchon von ſelbſt verſtummen, wenn wir aber unterliegen, dann wird alles Andere gleich⸗ gültig ſein. Dieſe Herren vom Corps legislatif haben zugleich unge⸗ ſchickt, unklug und ungroßmüthig gehandelt, denn es iſt ungeſchickt und unklug, in dem Augenblick, wo Alles darauf ankommt, daß Frankreich handle und denke wie Ein Mann, die politiſchen Parteimeinungen auf⸗ zureizen, und es iſt ungroßmüthig, mir zu opponiren in einer Zeit, wo

*) Abrantes: Mémoires XVII. 99 und: Mémoires d'un homme d'état. KII. 293. **) Memoires d'un homme d'état. Vol. XII. 294.