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hören, ſo wahr ich der Blücher bin! Aber putzen will ich mich dazu, und'ne ordentliche Feierlichkeit ſoll's werden. Alle meine Orden auf der Bruſt, den goldenen Ehrendegen vom Kaiſer an der Seite, ſo will ich vor die Monarchen hintreten, und ihnen die Wahrheit ſagen!
II. Der Uebergang über den Rhein.
Der Kaiſer Alexander und der König Friedrich Wilhelm befanden ſich Beide zuſammen im Kabinet des Königs. Sie erwarteten den Feldmarſchall Blücher, denn die Ordonnanz war eben zurückgekehrt, und hatte gemeldet, daß der Feldmarſchall in zwei Stunden habe in Frankfurt ſein wollen.
Die zwei Stunden ſind eben vorüber, ſagte Alexander, nach der Pendule hinüberblickend, und ich denke, der Blücher wird bei ſeiner Pünktlichkeit gewiß bald hier ſein. Ach, da fährt ein Wagen vor, ohne Zweifel iſt er es ſchon!
Ja, er iſt es, ſagte der König, der an das Fenſter getreten war und hinausſchaute. Leicht wie ein Jüngling ſchwingt er ſich aus dem Wagen, trotz ſeiner einundſiebenzig Jahre. Es iſt wirklich ein wacke⸗ rer Held!
Und Ew. Majeſtät wollen die Güte haben, auf meinen Scherz einzugehen? Sie wollen mich dabei unterſtützen und meine Worte beſtätigen?
Gewiß, Sire, aber ich ſage Ihnen im Voraus, unſer Scherz kann den alten Hitzkopf ſehr ernſthaft machen, und es kann kommen, daß wir eine tüchtige Portion Schelte davon tragen.
Das iſt es ja eben, wonach ich mich ſehne, rief der Kaiſer lächelnd. Das Schelten des alten Blücher hat etwas ungemein Herzſtärkendes, Geſundes und Kräftiges, es iſt ſo eine ganz neue, friſche Luft, die
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