Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 4. Band (1859)
Entstehung
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. Blücher's Geburtstag.

Zwei Monate waren vergangen ſeit der großen Völkerſchlacht bei Leipzig, zwei Monate, in denen zu Blüchers unausſprechlicher Ver⸗ zweiflung viel geſprochen, viel diplomatiſirt, viel Pläne gemacht, aber Nichts gethan worden. Der Langſamkeit der Verbündeten hatte Napo⸗ leon es zu danken gehabt, daß er, einige nachtheilige Rückzugsgefechte abgerechnet, doch glücklich mit den Reſten ſeines Heeres nach Frank⸗ reich hatte zurückkehren können, und dieſes Zauderſyſtem der Verbün⸗ deten ſchien auch jetzt noch die Oberhand gewinnen zu ſollen. Die Heere rückten langſam oder gar nicht vor. Seit Wochen befand ſich das Hauptquartier in Frankfurt am Main. Dort waren der Kaiſer von Rußland, der König von Preußen, der Kronprinz von Schweden, und als Vertreter des Kaiſers von Oeſterreich der Fürſt Schwarzen⸗ berg. Dort auch verweilten Metternich und Hardenberg, und das ganze Heer der Diplomaten, welche es für ihre Aufgabe erachteten, mit ihren Federn den Krieg zu beenden, den die Schwerter der Feld⸗ herren bis zum glücklichen entſcheidenden Sieg geführt. Die Friedens⸗ partei war unabläſſig bemüht, im großen Hauptquartier der Verbün⸗ deten den Sieg für ſich zu erringen, und an ihrer Spitze ſtanden der Kronprinz von Schweden und Fürſt Metternich. Bernadotte warnte vor dem gefährlichen Wagniß, in Frankreich eindringen zu wollen, Metternich fand es rathſamer, daß man verſuche, mit dem grollenden Löwen Napoleon einen vortheilhaften Frieden abzuſchließen.

Blücher hielt ſich murrend fern vom großen Hauptquartier in