Bis in die Mitte des Platzes ſchritten jetzt die Monarchen vor, und mit ihnen zugleich langten Bernadotte und Schwarzenberg dort an. Auf einmal tönte unermeßliches Jubelgeſchrei daher, das ſich näher und näher heranwälzte, und unter dieſem Schreien und Jauchzen ritt Blücher an der Spitze ſeines Stabes auf den Marktplatz.
Wie er die Monarchen erblickte, hielt er ſein Pferd an und ſchwang ſich mit jugendlicher Leichtigkeit aus dem Sattel, um zu Fuß zu ihnen hinzugehen. Aber ſchon war der Kaiſer Alexander, ihm zuvorkommend, an ſeiner Seite.
Gott grüße Sie, Held Blücher! rief der Kaiſer, ihn innig um⸗ armend. Sie haben erfüllt, was Sie uns in Breslau verſprochen. Sie ſind der Befreier Deutſchlands geworden. Ihr tapferes Schwert, Ihr Heldenſinn hat geſiegt. Kommen Sie, ich muß Sie dem König von Preußen zuführen!
Er nahm den Arm Blüchers, und indem er mit ihm vorſchritt, rief er: Sire, ich bringe Ihnen hier Ihren Helden, Ihren Blücher!
Sie bringen mir den Feldmarſchall Blücher, ſagte der König. Gott grüße Sie, Herr Feldmarſchall!
Sire, rief Blücher, Sie geben mir da einen Ehrentitel—
Den Sie verdient haben, unterbrach ihn der König. Danken Sie mir nicht, denn wenn Sie mir danken wollen, weil ich Ihnen einen Titel und eine Würde gebe, wie ſoll ich Ihnen alsdann danken, der Sie mir viel Größeres und Heiligeres gegeben? Ich weiß, was ich Ihnen ſchulde, Blücher, Ihre Energie, Ihr Muth, Ihre Entſchloſſen⸗ heit und Ihr Feuer, die haben uns die ſchönſten Siege erkämpft!
Ich habe man blos meine Schuldigkeit gethan, Majeſtät! rief Blücher frohmüthig. Aber ich denke, wir haben die Arbeit noch lange nicht fertig, Majeſtät, ſondern wir ſind erſt heute am Anfange unſerer Ar⸗ beit. Es iſt nicht genug, daß wir die Franzoſen aus Leipzig gebracht, wir müſſen ſie auch verfolgen und ganz und gar aus Deutſchland jagen. Dazu müſſen wir eilig ſein. Wir haben nicht Zeit, auf unſeren Lorbeern zu ruhen und Dankeshymnen zu ſingen, ſondern die Haupt⸗ ſache iſt, daß wir den Feind verfolgen, aber kräftig und nachdrücklich verfolgen!


